Das Tauziehen um die Telekom hat begonnen

Die Kleinanleger der Telekom Austria (TA) dürfen aufatmen. Seit klar ist, dass der Konzern übernommen wird, schoss der Kurs auf das Niveau des Ausgabepreises von neun Euro. Denn fix ist, dass die verkaufswilligen Noch-TA-Großaktionäre ÖIAG (47,8 Prozent) und Telecom Italia (29,8 Prozent) ihre Anteile keinesfalls darunter abgeben werden.
Analysten gehen sogar davon aus, dass die Aktie weiter nach oben zieht. Zehn bis elf Euro werden als durchaus realistisch angesehen. Das ist für die Aktionäre der ersten Stunde zwar noch immer kein satter Gewinn, im Vergleich zu den Tiefstkursen aber fast doppelt so viel.
Potenzielle Käufer sorgenvoll
Für die Käufer ist das wenig erfreulich. Mindestens ein Preis von 9 Euro pro Aktie wurde zwar veranschlagt, aber allzu hoch ist der Plafond nicht angesetzt. Auch die wachsende Konkurrenz wird den Preis kaum niedriger halten: Nach NEWS vorliegenden Informationen will jetzt auch die Bawag/PSK-Gruppe intensiv im TA-Übernahmekampf mitmischen.
Unter anderem soll die Bawag/PSK-Gruppe gemeinsam mit dem Konsortium rund um die Fonds Providence Equity und Apax, die BankAmerica und die heimische Finanzierungsgesellschaft UIAG mitpokern.
Hans-Peter Haselsteiner spielt mit offenen Karten
Während Bawag & Co die Sache noch diskret halten, hat sich Bau-Tycoon und Ex-Politiker Hans Peter Haselsteiner (BauHolding Strabag) bereits geoutet: "Ich werde einem Konsortium angehören, das sich für die Übernahme der Telekom Austria interessiert." Mit ihm
kämpfen die US-Beteiligungsfirma Kohlberg, Kravis & Roberts (KKR), die britischen Fonds Doughty Hanson und BC Partners und der US-Investor Bain Capital. Außerdem dabei sind
der Raiffeisen-Sektor und die Uniqa.
Schlecht für Haselsteiner: Sein Frühstart erfüllt streng genommen den Tatbestand eines Übernahmeangebots. Nun müsste er eigentlich rasch - binnen 14 Tagen - ein konkretes Milliarden-Angebot legen oder aus dem Poker aussteigen. Das letzte Wort hat die staatliche Übernahmekommission.
Alles über den gnadenlosen Kampf um die Telekom und den Druck auf Bau-Tycoon Haselsteiner lesen Sie im neuen NEWS!

