Passagiere fliegen wieder vermehrt mit der Swissair

Die Swissair, die Anfang Oktober am Rande der Pleite stand, füllt ihre Flugzeuge wieder besser: Seit dem Tief vom Oktober, als Flugzeuge fast leer blieben, stieg die Sitzauslastung auf über 45 Prozent. Die Swissair ist zuversichtlich, die vom Bund gesteckten Ziele zu erreichen. "Das Geschäft belebt sich, die Kunden glauben wieder an uns", erklärte der für die Preispolitik der Swissair verantwortliche Guido Ruther am Dienstag vor Journalisten.
Auf einen Tiefpunkt sanken die Verkäufe Ende Oktober, als Kunden auf Grund der unsicheren Zukunft der Bodenfirmen Technics und Atraxis eine erneute Stillegung der Swissair-Flotte befürchtet hatten. Damals blieben mit einer Auslastungsquote von 31,6 Prozent mehr als zwei von drei Sitzplätzen leer. Nach dem schwachen Start in den November stiegen die Buchungen deutlich an, sagte er. So seien die Flugzeuge in der vergangenen Woche wieder zu 45,7 Prozent gefüllt gewesen. Am vergangenen Wochenende sei der Sitzladefaktor sogar über 50 Prozent gestiegen. Unter dem Durchschnitt blieben in der vergangenen Woche die Europaflüge mit einer Auslastung von 36,9 Prozent. Dagegen waren die US-Flüge mit 50,5 Prozent gut ausgelastet. "Insgesamt werden wir unsere Ziele einer Sitzplatzbelegung von 30 Prozent im November und 35 Prozent im Dezember übertreffen", hielt Ruther fest.
Aufgrund positiver Buchungszahlen bis im März zeigt sich die Swissair zuversichtlich, die vom Bund verlangten Ziele zu erfüllen. Die Swissair muss bis Ende März Ticketeinnahmen von 750 Mill. Franken (512 Mill. Euro/7,04 Mrd. S) garantieren. Andernfalls dürfte die Milliarden-Spritze des Bundes nicht ausreichen, um das Überleben der Swissair bis zur Integration der Langstreckenflüge in die neue Crossair zu sichern.
Billigaktion brachte Kunden zurück
"Wir wollen sogar noch besser abschneiden", betonte Michael Eggenschwiler, der Leiter des Marktes Schweiz der Swissair. Er begrüßte insbesondere die Empfehlung des Schweizerischen Reisebüroverbandes vom Montag, Swissair-Tickets wieder uneingeschränkt und ohne Enthaftungserklärung zu verkaufen. Vor allem die im November lancierte Billigaktion mit Preisen von 199 Fr. für Europaflüge und 490 Fr. für mehrere US-Destinationen habe zahlreiche Kunden zur Swissair zurückgebracht, sagte Eggenschwiler. Die Swissair biete dabei keineswegs Dumpingpreise an, hielt er fest. Diese Preise lägen insgesamt nicht tiefer als im Vorjahr und bewegten sich im Rahmen der Konkurrenzangebote. "Fluggesellschaften bieten immer im Spätherbst Aktionen an, um den saisonal schwachen Markt zu beleben", sagte Eggenschwiler.
Die Swissair hat ihr Streckennetz im Herbst auf zwei Drittel zusammengestrichen. Ein weiterer Abbau von Kapazitäten sei nicht geplant, hielt Eggenschwiler fest. "Die Kunden müssen sich auf die Flugpläne verlassen können", sagte er. Nur so sei ein reibungsloser Übergang zur neuen Airline möglich.
Crossair gut auf Kurs
Gut auf Kurs fliegt derzeit die Crossair: "Die Swissair-Krise hat uns nicht so dramatisch mitbetroffen", erklärte Stefan Gutknecht, der Leiter des Marktes Schweiz bei der Crossair. Im Oktober habe die Crossair auf ihrem Streckennetz im Vergleich zum Vorjahr einen Auslastungsrückgang von 4,54 Prozent verzeichnet. Im November hat Crossair dagegen wieder aufgeholt und die Vorjahreszahlen um 1 Prozent übertroffen. Die Auslastung der Crossairflüge beträgt derzeit 47,2 Prozent.

