Dienstag, 20. November 2001

Zahl der Passagiere im Oktober eingebrochen

Die Lufthansa leitet wegen der Krise nach den Anschlägen in den USA Kündigungen ein. Das geht aus einer Mitteilung an die Mitarbeiter hervor. Die Zahl der Passagiere blieb im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,3 Prozent zurück - jeder dritte Sitzplatz blieb leer. Der Streit um Sparmaßnahmen geht unterdessen weiter.

Für das Kabinen-Personal der Lufthansa soll Kurzarbeit beantragt werden. Der Konzernvorstand will in allen Geschäftsfeldern Beschäftigten in der sechsmonatigen Probezeit kündigen. Betroffen sind etwa 1.000 Menschen. Darüber hinaus sind betriebsbedingte Kündigungen vorgesehen. Vorerst werden keine Nachwuchsflugzeugführer mehr übernommen.

Flugzeuge waren weniger ausgelastet
Die Maschinen der Lufthansa waren durch den Rückgang der Passagierzahlen trotz der Stilllegung mehrerer Strecken erheblich weniger ausgelastet. Die Kapazität sei zwar mit den ersten Stilllegungen um 2,1 Prozent reduziert worden, aber die Nachfrage habe um 15,8 Prozent nachgegeben, erklärte das Unternehmen. Der so genannte Sitzladefaktor sank demnach um 10,6 Prozentpunkte auf 65,4 Prozent; statt knapp jedes vierten Sitzplatzes blieb damit mehr als jeder dritte leer. Die Lufthansa betonte, der größte Teil der Kapazitätsanpassungen mit insgesamt 43 weniger Flugzeugen sei zum am 28. Oktober in Kraft getretenen Winterflugplan umgesetzt worden. Die Reduzierungen würden daher erst im November sichtbar.

Streit um Sparmaßnahmen geht weiter
Die Gespräche zwischen der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und der Deutschen Lufthansa über Sparmaßnahmen bei der Fluggesellschaft sind am Montagabend nach fünf Verhandlungsrunden ohne Ergebnis unterbrochen worden. "Wir befinden uns in einer schwierigen Phase", sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Ein neuer Termin für die Verhandlungen mit der Pilotenvereinigung sei noch nicht vereinbart worden.

Die Lufthansa verhandelt seit vier Wochen mit den Gewerkschaften ergebnislos über eine Senkung der Personalkosten. Der Vorstand bedauerte die Kündigungen, da die Beschäftigten seiner Ansicht nach zu einem "vorübergehenden, sie nicht überfordernden Beitrag zur Bewältigung der Krise bereit wären."

20.11.2001 14:00