Dienstag, 20. November 2001

Russland & Norwegen zum Einlenken bereit

Im Streit um den Ölpreisverfall stehen die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und die mit ihr rivalisierenden Nichtmitglieder des Kartells um Russland angeblich vor einer Einigung. In den kommenden Tagen werde "über zusätzliche Maßnahmen entschieden", sagte der stellvertretende russische Premierminister Viktor Christenko am Dienstag.

Die Beratungen würden Moskau und OPEC-Mitgliedstaaten genauso umfassen wie andere Staaten außerhalb der Organisation. Das OPEC-Kartell hatte sich in der vergangenen Woche in Wien angesichts des seit Wochen anhaltenden Preisverfalls zwar grundsätzlich auf eine Drosselung seiner Produktion um 1,5 Mill. Barrel pro Tag verständigt. Bedingung ist aber, dass Nichtmitglieder wie Norwegen, Mexiko und Russland ihre Produktion gleichfalls um zusammen täglich 500.000 Barrel herunterfahren. Während Mexiko zu einem Beitrag bereit ist und Norwegen zumindest ansatzweise Entgegenkommen signalisiert, lehnte Russland als größter Exporteur der drei eine deutliche Fördersenkung bisher kategorisch ab.

Nach positiven Signalen aus Russland und Norwegen ist auch der Generalsekretär der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), Ali Rodriguez, von einer "sehr schnellen" Einigung mit den Nicht-Mitgliedern im Ölstreit überzeugt. "Ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden", sagte Rodriguez am Dienstag in Wien. Die Einigung werde spätestens zum 1. Jänner stehen.

20.11.2001 10:43