Großdemo für den 1. Dezember in Wien abgesagt

Vertreter von Arbeitgeber und -nehmer im Handel haben sich in der Nacht doch noch auf einen neuen Kollektivvertrag geeinigt. "Das große Glück bedeutet das für keinen von uns, aber es ist ein Abschluss mit dem wir auf beiden Seiten leben können", sagte Alois Wichtl, Chefverhandler der Arbeitgeber in einer ersten Reaktion. Man sei bis zur "Schmerzgrenze" gegangen.
"Wir hätten gerne noch weiter verhandelt, aber mehr war nicht möglich", so der KV-Verhandler der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Erich Reichelt.
Nach der nun gefundenen Einigung können die Mitarbeiter im Handel ab 1. 1. 2002 mit einer Erhöhung von 1,8 Prozent sowie einem Absolutbetrag von 130 S rechnen. Das bedeute je nach Einkommenshöhe eine Erhöhung um 2,3 bis 2,8 Prozent. Damit sei auch das Ziel einer stärkeren Anhebung der unteren Einkommen erreicht worden. Über alle Bereiche ergebe sich ein Plus von 2,52 Prozent, so Reichelt.
Großdemonstration in Wien abgesagt
Im Vorjahr hatten sich die Sozialpartner nach drei Verhandlungsrunden auf eine Erhöhung der kollektivvertraglichen Mindestlöhne um 3 Prozent in den unteren und um 2,4 Prozent in den höheren Gehaltsklassen geeinigt. Vergangenen Freitag stand noch eine Eskalation im Gehaltsstreit im Raum. Die Gewerkschaft hatte für den Fall, dass es heute zu keiner Einigung gekommen wäre, für 1. Dezember eine Großdemonstration auf der Wiener Mariahilfer Straße angedroht.

