Montag, 19. November 2001

Millionenbuße wegen Preisabsprachen

Die EU-Kommission wird voraussichtlich noch in dieser Woche ein Bußgeld von mehr als 100 Mill. DM wegen verbotener Preisabsprachen bei Vitaminpräparaten gegen den Ludwigshafener Chemiekonzern BASF verhängen. BASF sei Teil eines "Vitaminkartells", dem insgesamt 13 europäische Unternehmen aus der Chemie- und Pharmabranche angehörten, verlautete am Montag in Brüssel aus Kommissionskreisen.

Zu dem Kartell gehören nach den Angaben auch Merck und Hoffmann-La Roche, die sich ebenfalls auf Strafen einstellen müssten, hieß es. Der Vorwurf von Wettbewerbskommissar Mario Monti laute, dass die Firmen den Weltmarkt für Vitamine jahrelang untereinander aufgeteilt hätten. Kunden mussten wegen der abgesprochenen und künstlich hoch gehaltenen Preise etliche Milliarden DM zu viel zahlen. Preisabsprachen zwischen Unternehmen sind in der Union grundsätzlich verboten.

BASF hatte bereits wegen verbotener Preisabsprachen im Vitaminsektor seit September 1999 in den USA und Kanada insgesamt rund 1,3 Mrd. DM an Bußen und für Vergleiche gezahlt. Der Chemiekonzern hat nach eigenen Angaben keine Kenntnis von der jetzt anstehenden Strafe. Entsprechende Berichte könne man nicht bestätigen, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag in Ludwigshafen. "Wir wissen von den Ermittlungen gegen die BASF und andere Vitaminhersteller", sagte der Sprecher. Man wolle jedoch nicht über die Höhe möglicher Bußgelder spekulieren.

Auch das Pharmaunternehmen Merck (Darmstadt) hatte am Montag jeden Kommentar abgelehnt. Merck wurden bereits Geldbußen von 14 Mill. Dollar (15,8 Mill. Euro/218 Mill. S) sowie einer Million kanadischer Dollar (710.480 Euro/9,78 Mill. S) für Preisabsprachen im Zusammenhang mit Vitaminprodukten auferlegt.

19.11.2001 17:06