Freitag, 23. November 2001

Sturm und GAK hielten Abstand

Nach der ersten max.Bundesliga-Saisoniederlage mit dem 0:1 vor einer Woche in Innsbruck gegen den GAK kehrte der FC Tirol wieder auf die Siegerstraße zurück. Beim 1:0 am Samstag in Ried durfte sich der Meister allerdings über mangelndes Glück nicht beklagen. Der erste Bundesliga-Treffer von Thomas Grumser, der von Beginn an spielen durfte, genügte den Tirolern zum sechsten Auswärtssieg in Folge. Das reichte für weiterhin neun Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Sturm Graz.

Ried-Trainer Alfred Tatar freute sich zwar über die Leistung seiner Mannschaft, trauerte aber verständlicherweise der entgangenen Chance nach. "Heute waren drei Punkte, die Revanche für das 0:2 vor wenigen Wochen, möglich. Ziegler hat den Innsbruckern den Sieg gerettet", klagte der Ried-Trainer nach der fünften Saison-Heim-Niederlage. Das Match war auch durch eine nicht gerade alltägliche Schiedsrichter-Entscheidung gekennzeichnet. Stefan Meßner hatte in der 50. Minute bei einem Strafraumduell zwischen Andreas Michl und Radoslaw Gilewicz zunächst auf Elfmeter für die Gäste entschieden, nach einem "Signal" durch seinen Linienrichter ("Michl hat zuerst den Ball gespielt") den Penalty aber wieder abgesagt.

Streit um Elfmeter
Während Gilewicz "von einem klaren Elfer wie schon im Vorjahr", Michl natürlich vom Gegenteil sprach, machte Tirol-Trainer Joachim Löw den zurückgenommenen Elfer für die Probleme seiner Mannschaft ab diesem Zeitpunkt verantwortlich. "Sonst hätten wir den Sack zugemacht", so der Deutsche.

Sturm mit Problemen
Große Probleme im Finish hatte auch der SK Sturm beim 4:3-Sieg in der Südstadt, außerdem gab es ebenfalls viel Aufregung um einen nicht gegebenen Elfmeter, den Strafner wohl an Hatz (das TV konnte die Situation nicht klären) verschuldet hatte. Referee Hannes Brigmann gab zu: "Aus meiner Situation habe ich die Szene nicht genau gesehen und daher konnte ich auch keinen Penalty pfeifen." Hans Krankl ("Meine Mannschaft hätte sich heute den Sieg verdient") sprach von mangelnder Courage, der in den letzten Minuten mitstürmende Torhüter Georg Heu von einem "hundertprozentigen" Elfer, den Strafner auch zugegeben hätte.

Osim sieht Probleme
Ivica Osim war über den ersten Sieg seiner Elf nach vier Runden zwar nicht unzufrieden, fand die Probleme seiner Mannschaft in der letzten Viertelstunde, als die Admira viel Druck entwickelte, aber doch bedenklich. "Eigentlich ein Wunder, dass wir noch Zweiter sind", so der Sturm-Trainer.

Schiri half dem GAK
Mit dem GAK sitzt den "Blackies" aber der Lokalrivale weiter im Nacken. Beim klaren 5:0 gegen SW Bregenz spielte allerdings auch der Schiedsrichter nicht ganz unerheblich mit. Manfred Krassnitzer pfiff nämlich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte völlig daneben, als er Bregenz-Torhüter Winde nicht nur ausschloss, sondern auch Elfer für den GAK, der zum 2:0 führte, gab. Nicht Winde hatte Ronnie Brunmayr gefoult, sondern umgekehrt. Dass der Stürmer, der wie auch schon gegen Kärnten und Rapid drei Mal traf, von einem "klaren Elfer an mir" sprach, spricht nicht gerade für seine sportliche Einstellung. An dem hoch verdienten Sieg der Grazer, die aus den jüngsten fünf Runden elf Punkte geholt haben, gegen die schwachen Bregenzer gab es aber nichts zu deuteln.

FC Kärnten weiter auf der Siegerstraße
Weiterhin erstaunlich, wie sich der FC Kärnten schlägt. Das 3:1 gegen Salzburg war schon der neunte Saisonsieg (der fünfte daheim) für den Aufsteiger, der derzeit auf dem vierten Platz fast einzementiert ist. Seit dem 1:2 in Runde eins gegen Ried sind die Klagenfurter im Wörthersee-Stadion ungeschlagen. "Derzeit stehen wir zu Recht dort oben, aber es können natürlich auch wieder Rückschläge kommen", meinte Trainer Walter Schachner. Auch diese Partie war durch einige umstritten Entscheidungen von Schiedsrichter Daxauer beeinträchtigt, der Elfer für die Gastgeber war allerdings in Ordnung.

Schiri-Chef nicht erfreut
Schiri-Chef Gerhard Kapl ist natürlich nicht darüber erfreut, dass seine Referees so stark im Mittelpunkt stehen. "Derzeit gibt es eine unheimliche Anhäufung von individuellen Fehlern, dazu kommen Grenzfälle, die richtig entschieden wurden, die aber zu Diskussionen führten", so der Steirer.

Kritik an den Schiedsrichtern
"Der Elfer in Klagenfurt und der Ausschluss von Pfeifenberger, der den Referee beleidigt hat, waren korrekt. Die Gelb-Rote Karte gegen Szewczyk war hingegen überzogen. Birgmann, der im Finish Admira in der Südstadt einen Elfer vorenthalten haben soll, kann ich nichts ankreiden. Eine Fehlentscheidung war hingegen in Graz der Ausschluss von Winde. Es war weder ein Elfer an Brunmayr noch eine Rote Karte, denn vorher hatte schon der GAK-Spieler den Bregenz-Torhüter gefoult. In Ried lag der Schiedsrichter mit der Zurücknahme seiner Elfer-Entscheidung richtig, es ist ganz in unserem Sinne, dass sich die Assistenten einschalten," analysierte der Schiri-Boß.

Ergebnisse der 21. Runde

VfB Admira/Wacker Mödling - Sturm 3:4 (1:2)
GAK - SW Bregenz 5:0 (2:0)
SV Ried - FC Tirol 0:1 (0:0)
FC Kärnten - SV Salzburg 3:1 (1:1)
Rapid Wien - Austria Wien 1:1 (0:0)

23.11.2001 13:57