Donnerstag, 22. November 2001

Zwangsausgleich oder "Retter" Quehenberger?

Sportlich befindet sich die Spielvereinigung Braunau mit 14 Punkten Vorsprung auf Schlusslicht FC Lustenau im grünen Bereich, aber finanziell steht dem siebentplatzierten Erstdivisionär das Wasser bis zum Hals. "Wir haben am Mittwoch an das Rieder Landesgericht den Konkurs-Antrag abgeschickt", erklärte der Rechtsanwalt Hans-Peter Bauer von der Salzburger Kanzlei Weidisch.

Bauer, selbst einmal Aktiver in Braunau, war im Auftrag der früheren SVB-Spieler Karasek, Hoffmann und Kraiger tätig geworden.

Das Trio läuft bereits seit 1999 seinem Geld nach. "Meine Mandanten sind verärgert, so kann es nicht weiter gehen. Es kommen immer mehr Schulden dazu", sagte Bauer, der auch mit der Spieler-Gewerkschaft (VdF) in Verbindung steht, zur Situation im Innviertel. Das Gericht wird nach Erhalt des Antrags die Finanzlage des Klubs prüfen und danach über eine Eröffnung eines Konkurses entscheiden.

Chance auf Zwangsausgleich
Die Spieler-Gewerkschaft hat monatelang versucht, Alternativen zu finden, um dem Klub eine Chance zu geben. U.a. hat VdF-Geschäftsführer Rudolf Novotny eine Zwischenfinanzierung der Gehälter durch die Bundesliga initiiert. "Die Spieler hatten schon vor zwei Monaten aufhören wollen, aber ich habe sie motiviert, den Herbst zu Ende zu spielen", so Novotny." Aber auch er hätte es nun satt, dass die Gehälter stets unregelmäßig oder nur zum Teil ausbezahlt würden. Wenn das Konkurs-Verfahren tatsächlich eröffnet wird, hätte die SV Braunau noch die Chance auf einen Zwangsausgleich, wie ihn der LASK oder Rapid geschafft haben.

Steigt Quehenberger ein?
Eine andere Lösung wäre die Übernahme durch den an die Spitze des SV Salzburg zurückgekehrten Rudi Quehenberger. Der frühere Speditionsunternehmer soll an der Lizenz des oberösterreichischen Klubs Interesse haben. Die Violetten könnten ihre Talente in der Ersten Division einsetzen. Sicherlich wird Quehenberger aber das Ergebnis des Rieder Gerichts abwarten, um den genauen Schuldenstand zu kennen.

22.11.2001 17:08