Sponring nicht zu bremsen, Raich hingegen im Verzug

Christine Sponring (18) und Carina Raich (22) gehört die Zukunft im Skisport und dennoch sind die beiden Tirolerinnen auf unterschiedlichen Wegen am Donnerstag in Colorado erstmals in einem Spezialslalom aufs Podest gefahren. Raich und Sponring haben so für den besten Slalom-Auftakt für den ÖSV seit Jahren gesorgt.
Super-Talent Sponring hat in nicht einmal einem Jahr den Durchbruch vom Europacup zur Vizeweltmeisterin in der Kombi und zur Fast-Weltcup-Siegerin geschafft, Raich hingegen ist durch viele Verletzungen etwas im Verzug.
Mit 17 Jahren ins Weltcup-Team
Sponring ist ein Talent aus der ÖSV-Kaderschmiede und seinerzeit vom Tiroler Landeskader direkt in den Europacup gesprungen. Von dort fuhr sich die am 22. Juni 1983 geborene Weerbergerin im Vorjahr mit 17 Jahren ins Weltcup-Team und dann in der direttissima ins WM-Aufgebot von St. Anton, wo sie als Abfahrts-Zwölfte und Slalom-Zweite Silber in der Kombi holte. Und danach auch Junioren-Weltmeisterin und ÖSV-Meisterin im Slalom wurde. Vergleiche mit Renate Götschl aber auch Petra Kronberger muss sich die Senkrechtstarterin mit Allrounder-Qualitäten seitdem gefallen lassen. "Kein Problem, das ist doch schön. Ich habe beide immer bewundert", quittierte das die Tirolerin, die die Ski-Handelsschule in Stams abgeschlossen hat und seit Sommer Zeitsoldatin ist.
Viele Jahre durch Verletzungen verloren
Nicht ganz so reibungslos ist bisher die Karriere der Carina Raich verlaufen. Die um ein Jahr jüngere Schwester von Slalom-Vizeweltmeister und Kitz-Sieger Benjamin Raich hat viele gute Jahre durch Verletzungen verloren. Knie, Schultern, Unterleib, fast an keinem Körperteil hat die blonde Pitztalerin nicht schon Operationen über sich ergehen lassen müssen und es deshalb nicht einmal zu Junioren-Weltmeisterschaften geschafft. Wie die vier Jahre jüngere Sponring debütierte sie daher erst im Vorjahr in Sestriere im Weltcup. Sie schaffte es nach der Absage von Renate Götschl auch ins Slalom-WM-Team, musste dann aber erneut unters Messer.
Reine Euphorie
"Ich habe trotzdem immer an mich geglaubt", versicherte Raich in Colorado, wo sie schon mit einem Platz unter den ersten zehn zufrieden gewesen wäre. Am Ende war sie Dritte und in ihr nur noch reine Euphorie. Auch bei der ersten Weltcup-Pressekonferenz, wo sie vor der englisch sprechenden Weltpresse mit ihrer sympathischen Art überzeugte.
Trainingsgemeinschaft mit Bruder Benni und Freund Mario Stecher
Nein, von ihrem Bruder könne sie sich stilmäßig nicht viel abschauen. "Da sind ganz andere Hebel- und Kraftverhältnisse gegeben", so Raich. Aber gemeinsame Video-Analysen, natürlich, gestand die Freundin des nordischen ÖSV-Kombinierers Mario Stecher. Mario, ihr Bruder Benni und sie bilden aber im Sommer oft eine kleine Trainings-Gemeinschaft und stacheln sich dabei gegenseitig auf. Keine Frage, dass längst interne Wetten laufen, wer von den Dreien bei Olympia in Salt Lake City am besten abschneidet.
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