Sponring und Raich knapp von Pequegnot geschlagen

So wird Österreich auch bei den Damen wieder eine Slalom-Macht. Dank unserer jungen Ski-Girls Christine Sponring (18)und Carina Raich (22) startete das ÖSV-Team in Copper Mountain sensationell in den Winter. Sponring wurde vor Raich (die Schwester von Slalom-Star Benjamin Raich) nur 17/100 hinter der Französin Laure Pequegnot Zweite. Mit Renate Götschl (9.) und Karin Köllerer (10.) kamen zwei weitere Österreicherinnen in die Top Ten.
"Das heute, das war schon sensationell!" Wenn einmal Tiefstapler Karl Frehsner solche Worte findet, dann ist klar, es ist was Besonderes passiert. Passiert ist nicht weniger als der Durchbruch der jungen Slalom-Powergirls des ÖSV im Weltcup. Die 18-jährige Christine Sponring verpasste am Donnerstag beim Auftakt in Copper Mountain als Zweite in ihrem erst achten Slalom den ersten Weltcupsieg nur um 17/100 Sekunden, die 22-jährige Carina Raich glänzte als Dritte ebenfalls mit ihrem ersten Podestplatz.
Es war ein Durchbruch mit Ankündigung. Denn sowohl Sponring als auch Raich hatten zuvor im Training mit ihren Teamkolleginnen Karin Köllerer, Sabine Egger und Renate Götschl gezeigt, dass ihre Carving-Technik maßgeschneidert ist für den flachen Hang in Copper. "Mir war klar, dass da für mich was drin ist. Dass es aber gleich so gut geht, hätte ich nicht erwartet", sagte Sponring, die sich keine Sekunde über den knapp verpassten ersten Sieg ärgerte. Den holte sich die Französin Laure Pequegnot (26), die ihren ersten Weltcup-Sieg natürlich der verstorbenen Teamkollegin Regine Cavagnoud widmete.
Vier ÖSV-Läuferinnen unter Top-10
Sponring und Raich waren in Copper die Speerspitzen eines Slalomteams, das mit Götschl (9.) und Köllerer, die trotz schmerzender Hüftprellung und ungeliebter Bedingungen auf Platz zehn fuhr, vier Läuferinnen unter den Top Ten und fünf in den Top-15 (Sabine Egger) hatte. "Wer da nicht zufrieden ist, dem ist nicht mehr zu helfen", sagte Frehsner, dem die Erleichterung anzumerken war. "Heute hat die Banane wirklich in die Schale gepasst", bemühte der Damenchef seine derzeit meistgeliebte Redewendung. "Sie sind gefahren wie im Training, haben ihr Selbstvertrauen bestätigt, da kann man wirklich zufrieden sein." Und zwar mit allen. "Denn auch die Götschl hat gezeigt, was sie eigentlich kann und die Karin wird auf anderen Hängen wieder ganz vorne sein. Und die Egger fährt halt noch zu vorsichtig, weil sie ankommen will."
Generationswechsel steht endgültig vor der Tür
Gerade im Slalom, den die Carving- und Kurzski-Revolution überrollt hat wie keine andere Disziplin, setzen sich immer mehr jene Youngster durch, die wie Sponring, Raich, Janica Kostelic oder Weltmeisterin Anja Pärson mit dieser breit- und beidbeinigen Spielart groß geworden sind. "Ich kenne es gar nicht anders, bin damit aufgewachsen", gab Sponring zu. Nur wenige Routiniers wie Sonja Nef, Martina Ertl oder auch Köllerer haben hingegen zumindest eine Anpassung geschafft, können speziell auf harten, steilen Hängen noch ihre Klasse ausspielen. Eine Claudia Riegler oder die Australierin Zali Steggall, 1999 in Vail noch die Weltbeste, fahren hingegen heute hinterher. "Maximal 60 Prozent der Älteren werden die Umstellung schaffen, der Rest nicht mehr", weiß auch Frehsner.
Während Götschl und Co nun von Colorado nach Lake Louise zu den ersten Speed-Rennen weiter fliegen, kehren die Technikerinnen nach Österreich zurück. Sie haben eine längere Weltcup-Pause vor sich, denn selbst "Allrounderin" Sponring wird beim "Kriterium des ersten Schnees" Anfang Dezember in Val d'Isere (Super G, RTL) nicht zu sehen sein. Spätestens bei der Vor-WM Mitte Dezember in St. Moritz will aber auch Sponring wieder auf Abfahrtsski steigen. Als Vizeweltmeisterin in der Kombination winkt ja auch bei Olympia eine Medaille.
| Weltcup-Slalom in Copper Mountain, Endstand |
| 1. | Laure Pequegnot | FRA | 1:37.64 | ||
| 2. | Christine Sponring | AUT | 1:37.81 | + 0.17 | |
| 3. | Carina Raich | AUT | 1:38.72 | + 1.08 | |
| 4. | Christel Pascal-Saioni | FRA | 1:38.83 | + 1.19 | |
| 5. | Hedda Berntsen | NOR | 1:39.01 | + 1.37 | |
| 6. | Monika Bergmann | GER | 1:39.10 | + 1.46 | |
| . | Kristina Koznick | USA | 1:39.10 | + 1.46 | |
| 8. | Martina Ertl | GER | 1:39.21 | + 1.57 | |
| 9. | Renate Götschl | AUT | 1:39.23 | + 1.59 | |
| 10. | Karin Köllerer | AUT | 1:39.35 | + 1.71 | |
| . | Ylva Nowen | SWE | 1:39.35 | + 1.71 | |
| weiter: | |||||
| 15. | Sabine Egger | AUT | 1:39.94 | + 2.30 |
Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Anja Pärson (SWE), Caroline Lalive (USA), Trine Bakke (NOR)
Ausgeschieden im 2. Durchgang u.a.: Sarah Schleper (USA), Sonja Nef (SUI), Spela Pretnar (SLO), Tina Maze (SLO)
Nicht qualifiziert: Brigitte Obermoser, Astrid Vierthaler (beide AUT)
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