Damen wollen Nummer-eins-Stellung ausbauen

Sölden war für das österreichische Damen-Team wahrlich ein Auftakt nach Maß. Und alle hoffen, dass es auch beim "richtigen" Weltcup-Auftakt mit dem Riesentorlauf (Mittwoch, 17:15/20:00) und dem Slalom (Donnerstag, 18:00/21:00) in Colorado so weitergeht. Copper Mountain springt zum zweiten Mal nach 1999, als in Park City kein Schnee war, als Austragungsort ein.
Die Vorzeichen stehen auf jeden Fall gut. Die Riesentorlauf-Truppe tankte in Sölden Selbstvertrauen, Dorfmeister feierte einen Sieg, drei Läuferinnen kamen in die Top Ten und einige zeigten im zweiten Lauf groß auf. Und auch die Slalom-Läuferinnen machten zuletzt mit ihren Vorstellungen in den Nor-Am-Slaloms in Loveland Lust auf mehr.
Frehsner ist zuversichtlich
Damen-Cheftrainer Karl Frehsner ist auf jeden Fall zuversichtlich. "Ich war mit der Trainingssituation sehr zufrieden. Wir hatten immer Pisten, dazu war die Stimmung ausgezeichnet, alle konnten an ihre Grenzen gehen", erklärte er. Er sei zuversichtlich, dass ein weiterer Schritt nach vorne gemacht worden sei. "Ich habe vor zwei Jahren ein Mal gesagt, dass die Mädchen eigentlich alle mehr bringen, als ihr wahre Leistungsniveau ist. Das war dann nicht mehr so, bis auf einige Ausnahmen, auch wenn sie trotzdem gute Leistungen gebracht haben. Aber die Ausreißer nach oben haben manchmal gefehlt und ich denke, wir sind wieder auf dem besten Weg dorthin, die Mannschaft ist größer geworden, wir haben mehr Potenzial als 2001."
Nicht nur Dorfmeister
Frehsner traut in Copper neben "Zugpferd" Michaela Dorfmeister auch Selina Heregger, Brigitte Obermoser und Renate Götschl einiges zu. "Aber auch andere, wie Eveline Rohregger, können mitfahren, wenn alles aufgeht." Trotzdem ist er vorsichtig. "Das Ziel bleibt das Gleiche: Zwei in den Top Ten und eine in den Top fünf und ich bin zufrieden." Denn auch oder gerade weil der Hang in Copper Mountain nicht einfach ist, wird sich die Spitze etablieren - in erster Linie Dorfmeister und Sonja Nef.
Meissnitzer als "Sorgenkind"
Einziges "Sorgenkind" ist Alexandra Meissnitzer. "Für sie ist es nicht gut, dass gerade in Copper das erste Rennen ist, denn da war sie auch unter optimalen Voraussetzungen nur 16. Sie muss sich Zeit lassen, aber sie wird wiederkommen, das hat sie im Training schon gezeigt. Mit dem Knie sollte sie zumindest keine Probleme mehr haben."
Berthold eher vorsichtig
Mathias Berthold ist dagegen vorsichtig - trotz des Erfolges von Karin Köller in Loveland und der guten Vorstellung seiner anderen drei Slalom-Damen. "Um ehrlich zu sein: Wir liegen gut, aber ich bin noch nicht hundertprozentig zufrieden. Denn es fehlt noch die Konstanz, die man in der Weltspitze einfach bringen muss." Doch hat sich gezeigt, dass die Verkleinerung der Slalom-Mannschaft Früchte trägt. "Ich kann mich um jede Einzelne jetzt viel mehr kümmern, das bringt sicher sehr viel", erklärt der Vorarlberger.
"Entwicklung bleibt nicht stehen"
Trotzdem: Die Mischung aus Routine (Köllerer, Egger) und Jugend (Raich, Sponring) ist befruchtend. "Wir hatten viel aufzuholen, weil wir zuletzt in der Entwicklung nicht dabei waren. Das ist jetzt anders. Aber wie der Trend bei den Herren zeigt, müssen wir noch weiterarbeiten, die Entwicklung bleibt nicht stehen." Doch sollten die ÖSV-Damen diesmal schon von Beginn an vorne dabei sein - wenn sie ihre Trainingsleistungen umsetzen. Und Frehsner tippt dazu auch auf Renate Götschl: "Unter die ersten 15 kann sie jederzeit fahren."
Eineinhalb Meter Naturschnee
Eine positive Nachricht hatte Frehsner auch aus Lake Louise. "Es ist kalt geworden, sie haben begonnen, von der Mittelstation nach unten Schnee zu machen. Wenn es drei Tage so bleibt, gibt es kein Problem, denn im oberen Teil gibt es ohnehin eineinhalb Meter Naturschnee", erklärte er.
Gedenkminute und Trauerflor für Cavagnoud
Vor dem Damen-Riesentorlauf am Mittwoch in Copper Mountain wird es eine Gedenkminute für die tödlich verunglückte Franzäösin Regine Cavagnoud geben. Außerdem werden viele Starterinnen einen Trauerflor tragen.
ÖSV-Damen-Teams für Rennen in Copper Mountain
Riesentorlauf: Michaela Dorfmeister, Brigitte Obermoser, Renate Götschl, Alexandra Meissnitzer, Christiane Mitterwallner Silvia Berger, Eveline Rohregger, Stefanie Schuster, Selina Heregger, Tanja Schneider, Martina Lechner
Slalom: Karin Köllerer, Sabine Egger, Christine Sponring, Carina Raich, Renate Götschl, Brigitte Obermoser sowie Nachwuchsläuferinnen, die noch bestimmt werden
Grand Prix von Monaco18:01
Sechster trotz BestzeitSchumi Schnellster in Monaco. Wegen Rückstufung dennoch Webber in der Pole.
Fußball Nationalteam18:03
Der ÖFB-TrainingsalltagEin "24-Stunden-Job" für Teamchef Marcel Koller. Klein schießt Zuschauer k.o.
