Donnerstag, 22. November 2001

Großer "Olympia-Test" in der Ramsau

Die Olympischen Spiele in Salt Lake City bestimmen die Saisonplanung der ÖSV-Langläufer. Eine Medaille ist das erklärte Ziel der kleinen Gruppe von Trainer Franz Weingartner. Doch auch im Weltcup, der am Samstag in Kuopio beginnt, sind Podestplätze gefragt. Wenn auch nicht gleich zum Auftakt. Botwinow, Hoffmann und Co. haben bis zuletzt hart trainiert, erst im Dezember sollen sie - mit einigen Rennen in den Beinen - zur Hochform auflaufen. Der Heim-Bewerb in Ramsau am 22. Dezember gilt quasi als Olympia-Test.

Auch als "Mini-Team" wollen die Österreicher weiterhin im Konzert der Großen mitmischen. "Mit Hoffmann und Botwinow haben wir zwei Topleute für Stockerlplätze, ich hoffe, dass der Urain da aufschließt", sagte Sportdirektor Walter Mayer. Skating-Spezialist Hoffmann lässt das klassisch zu laufende 15-km-Rennen am Samstag aus, er startet über 10 km Skating am Sonntag sowie in der Staffel am Dienstag. "Die Vorbereitung war ausgezeichnet, mein erstes großes Saisonziel ist Ramsau", sagte Hoffmann, der Olympia-Dritte von Nagano (50 km).

Botwinow hat viel vor<7b>
Botwinow, der schon Gesamt-Zweiter im Weltcup war, will mit Spitzenplätzen zeigen, dass er seine gesundheitlichen Probleme überwunden hat. Der WM-Dritte von Ramsau hat bessere Testwerte als vor den vergangenen zwei Saisonen, "Ich trainiere zwar nicht mehr, aber qualitativ besser", sagte der 35-Jährige, der sich für Februar viel vorgenommen hat. Den früheren Holmenkollen-Sieger ärgert, dass zwar ein Weltcup im Sprint eingeführt, die Spezialwertung über die Langstrecke aber abgeschafft wurde.

"Hoffmann bleibt noch 10 Jahre Weltspitze"
Das Duo der Zimmerkollegen Hoffmann/Botwinow wird in der Staffel um Gerhard Urain und Achim Walcher (beide haben das Zeug zu Top-Ten-Plätzen) bzw. Alexander Marent ergänzt. Damit ist der Kreis der Spitzenläufer auch schon aufgezählt. Es dauere eben Jahre, bis einer an die Spitze komme, denn die Zahl der Trainingsstunden könne nur langsam gesteigert werden, erklärte Mayer. "Den Hoffi haben wir zehn Jahre, jetzt ist er Weltspitze und er wird es noch zehn Jahre bleiben."

Nachwuchsförderung ist Trumpf
Eine breitere Basis zu schaffen, ist daher auch ein Anliegen von ÖSV- Präsident Peter Schröcksnadel, der eine Million S in die Nachwuchsarbeit in den Vereinen investiert. Das eine oder andere Talent ist schon auf dem Sprung zur Elite. Johannes Eder und Jürgen Pinter sollen ab der zweiten Station (Cogne/8.12.) ihre Chance im Weltcup bekommen. "Die zwei sollen auf die Arrivierten Druck ausüben", wünscht sich Trainer Weingartner.

22.11.2001 10:16