Goldberger Vierter, Koch Fünfter

Adam Malysz feierte am Samstag in Titisee-Neustadt nicht nur seinen 16. Weltcupsieg: Er schockte die Konkurrenz. Mit Flügen auf 138,5 und 136 Meter distanzierte er auch seine schärfsten Widersacher, der zweitplatzierte Martin Schmitt wies bereits 38,3 Zähler Rückstand auf.
Der erst 18-jährige Deutsche Stefan Hocke hätte Superstar Schmitt beinahe die Show gestohlen, lag er doch nur einen Punkt hinter diesem und stand erstmals in seiner Karriere auf dem Stockerl. Andreas Goldberger verfehlte das Podest um 5,1 Punkte und wurde Vierter, Martin Koch rangierte zum ersten Mal in seiner Karriere in den Top five.
Gutes Mannschaftsergebnis der Österreicher
Mit Martin Höllwarth (7.) und Andreas Widhölzl (9.) landeten vier ÖSV-Adler in den ersten Zehn, Stefan Horngacher punktete als 20. Lediglich Wolfgang Loitzl hatte als 37. im ersten Durchgang ausgelassen, für ihn läuft es derzeit noch gar nicht nach Wunsch. "Mannschaftlich waren wir gut, der Goldi hat zwei sehr gute Sprünge gezeigt und sehr schön ist natürlich auch das bisher beste Ergebnis für Martin Koch", freute sich Cheftrainer Toni Innauer. Für den 19-jährigen Kärntner, der kommende Woche in Villach sein Heimspiel gibt, war bisher ein achter Rang in Planica (März 2001) das beste Ergebnis gewesen. Er ist damit neben Höllwarth, Widhölzl und Goldberger (Gesamtränge sechs bis acht) als derzeit Elfter fix für das sonntägige Springen qualifiziert.
280 von 300 möglichen Punkten für Malysz
Die Überlegenheit von Malysz war Innauer hingegen ein Dorn im Auge. "Es ist für mich enttäuschend, dass Malysz der Konkurrenz davon geflogen ist. Er war zuletzt gar nicht so stark, doch plötzlich war er wieder explosiv." Mit 280 von 300 möglichen Punkten ist der am Montag 24 Jahre alt werdende Pole klarer Gesamtleader, Schmitt liegt bereits 84 Zähler zurück. Allerdings war Schmitt zuletzt wegen einer Magen-Darm-Grippe angeschlagen und daher mit Rang zwei glücklich. "Ich fühle mich noch ein bisschen schlapp. Deshalb bin ich zu hundert Prozent zufrieden."
Zwei Disqualifikationen, gestohlene Startnummern
Der nach dem ersten Durchgang auf Rang zwei gelegene Sven Hannawald wurde ebenso wie bereits zuvor Matti Hautamäki disqualifiziert. Bei Hannawald fehlt am Anzug die Plombierung, was unweigerlich zum Aus führt. Nach Angaben von FIS-Renndirektor Walter Hofer handelte es sich "um einen nagelneuen Anzug, der nicht geprüft worden war". Auch beim Finnen war das gleiche Problem der Disqualifikations-Grund.
Die Top Ten mussten übrigens mit den Startnummern 51 bis 60 an den Start gehen: Die Nummern 41 bis 50 waren von Souvenirjägern gestohlen worden.
| Endergebnis des Springens in Titisee-Neustadt (Deutschland) |
| 1. | Adam Malysz (POL) | 297,10 Punkte | 138,50-136,00 |
| 2. | Martin Schmitt (GER) | 258,80 | 134,50-121,50 |
| 3. | Stefan Hocke (GER) | 257,80 | 133,00-123,00 |
| 4. | Andreas Goldberger (AUT) | 252,70 | 131,00-120,50 |
| 5. | Martin Koch (AUT) | 252,50 | 128,00-124,50 |
| 6. | Kazuyoshi Funaki (JPN) | 252,00 | 129,00-121,00 |
| 7. | Martin Höllwarth (AUT) | 249,30 | 128,50-122,50 |
| 8. | Tommy Ingebrigtsen (NOR) | 247,70 | 127,00-124,50 |
| 9. | Risto Jussilainen (FIN) | 247,10 | 137,50-124,50 |
| . | Andreas Widhölzl (AUT) | 247,10 | 128,00-121,50 |
| 11. | Andreas Küttel (SUI) | 246,40 | 125,50-122,50 |
| . | Jakub Janda (CZE) | 246,40 | 126,00-122,00 |
| 13. | Christof Duffner (GER) | 245,80 | 124,50-126,50 |
| . | Jussi Hautamäki (FIN) | 245,50 | 130,50-119,50 |
| 15. | Roberto Cecon (ITA) | 244,80 | 125,00-123,50 |
weiter:
| 20. | Stefan Horngacher (AUT) | 236,00 | 124,50-123,00 |
Zeitplan der Weltcup-Skispringen
Sonntag: 10:30 Probe/13:45. 2. Einzelbewerb
