Jobs, Jobs, Jobs

Vorweihnachtliche Stimmung im Rennen um den größten Rüstungskauf der Zweiten Republik: Der schwedische Saab-Konzern und sein US-Konkurrent Lockheed locken mit Wirtschaftsgeschenken – Aufträgen in Milliardenhöhe und Tausenden Arbeitsplätzen. Die schlechte Nachricht, die Daniel Weygandt zwischen Scampicanapés und Roastbeefhäppchen servierte, war nicht neu – ihre Wirkung auf seine österreichischen Gäste verfehlte sie aber trotzdem nicht.
„Die Welt hat sich seit dem 11. September verändert. Es ist klar geworden, daß wir alle den gleichen Bedrohungen ausgesetzt sind“, formulierte der US-Geschäftsträger in Wien vergangene Woche vor Bundesheeroffizieren und hohen Beamten des Verteidigungsministeriums das Mantra des Antiterrorkriegs. Die gute Nachricht folgte indes sogleich: „Österreich kann wohl keine bessere Unterstützung in Sicherheitsfragen haben als die U.S. Air Force und die Vereinigten Staaten“, versicherte Weygandt. Und, nicht zu vergessen: „Sie können auch keinen besseren Kompagnon als Lockheed Martin finden.
Lockheed Martin ist Hersteller der F-16 Fighting Falcon, eines der beiden Favoriten im Rennen um die Draken-Nachfolge – und Weygandt ist nicht irgendwer, sondern bis zum Eintreffen des neuen Botschafters Lionel Brown ranghöchster Diplomat Washingtons in Österreich.
Knapp acht Wochen vor dem Ende der Ausschreibungsfrist für den größten Rüstungsauftrag der Zweiten Republik setzen die USA alles daran, sich den Dreißig-Milliarden-Deal zu krallen: einerseits mit politischem Druck und Süßholzraspeln über die „furchtlose Unterstützung Österreichs“ für die Afghanistan-Aktion, andererseits durch eine Wirtschaftsoffensive. Eine ganze Busladung von Lockheed- Leuten tourte in den vergangenen Wochen durch Österreich, spulte mehr als 1.800 Kilometer herunter und kontaktierte über 200 Firmen und Institutionen. Ziel: Kompensationsgeschäfte in Höhe von 200 Prozent zustande zu bringen, wie sie in der Ausschreibung des Verteidigungsministeriums „im Prinzip erwartet“ werden.
Ein hochgestecktes Ziel. Denn der schwedische Saab-Konzern, mit seinem Gripen JAS 39 Hauptkonkurrent von Lockheed (daneben ist inzwischen nur noch der Eurofighter mit Außenseiterchancen im Rennen), hat gerade auf diesem Gebiet jahrelang vorgebaut.
Lesen Sie die ganze Story in der aktuellen Ausgabe von FORMAT.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
