Samstag, 24. November 2001

SPÖ-Chef in New York, Washington und Boston

SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer ist am Montag in New York mit dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger zusammengetroffen. Hauptthemen der Unterredung waren die veränderte Weltlage seit dem 11. September, die Terrorbekämpfung, die Erweiterung von NATO und EU sowie das Verhältnis zu Russland und China.

Wie Gusenbauer berichtete, meinte Kissinger, dass unter den neuen Bedingungen das Verhältnis zwischen den USA und Europa enger geworden sei.

Bezüglich der österreichischen Neutralität betonte der frühere US-Außenminister und Sicherheitsberater nach Angaben Gusenbauers, Österreich müsse selbst entscheiden, ob es diese beibehalte oder einem Verteidigungsbündnis beitrete. In den USA jedenfalls habe man Österreich immer als zum Westen gehörend betrachtet. Zum Thema EU habe Kissinger gemeint, für ihn sei es schwer vorstellbar, Erweiterung und Vertiefung der Union gleichzeitig zu erreichen. Hinsichtlich der geplanten NATO-Erweiterung habe Kissinger die Meinung vertreten, dass angesichts des guten Verhältnisses zu Russland die Voraussetzung dafür derzeit günstig seien.

Allgemein berichtete Gusenbauer, in den USA seien derzeit so gut wie alle Diskussionen von der Frage nach der Sicherheit seit den Terroranschlägen vom 11. September überschattet. Im Vordergrund der Gespräche während der USA-Reise des SPÖ-Vorsitzenden stehen Kontakte mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Nach New York werden weitere Stationen Gusenbauers Washington D.C. und Boston sein.

In Washington wird Gusenbauer am Dienstag unter anderem mit Vertretern der Weltbank, der US-Administration, des Senats und der ehemaligen Clinton-Beraterin Jennifer Laszlo zusammentreffen. Am Donnerstag steht ein Besuch in Harvard auf dem Programm, wo Gusenbauer u. a. mit dem ehemaligen US-Arbeitsminister Robert Reich und Roberto Mangabeira Unger (Harvard University, Professor für Rechtswissenschaften) zusammentreffen wird, um an einem gemeinsamen internationalen Reformprojekt weiterzuarbeiten.

24.11.2001 10:54