Am Montag - Treffen zw. Muzicant und Haider

Über die Medien lieferten sie sich in den vergangenen Monaten so manches Gefecht, am Montag werden sie nun persönlich aufeinander treffen: Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) und der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien, Ariel Muzicant. Man habe bisher "überhaupt keine Beziehungen gehabt, weil wir noch nicht miteinander gesprochen haben", betonte daher Haider Freitag Abend in der "ZiB 2".
Auf der Ebene des gewählten Mandatars und des Präsidenten der Kultusgemeinde werde man aber nun miteinander reden. Das Treffen zwischen Muzicant und Vertretern der Länder soll Bewegung in der Muzicant-Forderung nach Rückerstattung des von den Nationalsozialisten entzogenen Gemeindevermögens bringen.
"Ich will eine Lösung erreichen", betonte denn auch Muzicant im ORF-Fernsehen. Er werde in der eigenen Gemeinde für das Zusammentreffen mit Haider "heftig kritisiert" - aber er sei angetreten, um im Interesse der Gemeindemitglieder zu handeln. Er habe Verhandlungen zu führen, "mit Vetretern, die gewählt seien". Dazu sei er wiederum gewählt worden. Die Aschermittwoch-Rede Haiders - diese enthielt den "Dreck-am-Stecken"-Sager - könne er dennoch nicht vergessen, betonte Muzicant.
Haider betonte, es gebe sicher noch offene Fragen in Bezug auf die damals existierenden Parteien ÖVP und SPÖ. In Wien sei jüdischer Besitz teils in Parteibesitz übernommen worden. In den Ländern sei das dagegen kein Thema gewesen. Aber, versicherte Haider: "Wir werden uns einer sehr gründlichen Diskussion stellen." Es gehe darum, diese Frage einer "vernünftigen und international herzeigbaren Lösung zuzuführen", sagte der Kärntner Landeshauptmann.
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