Donnerstag, 22. November 2001

Helfer-Teams sind auch in Afghanistan im Einsatz

Sie helfen unermüdlich - und wo bittere Not herrscht: Die Mitarbeiter von "Ärzte ohne Grenzen". Für die größte unabhängige Hilfsorganisation gibt es auch ein Jubiläum zu feiern - ihr 30jähriges Bestehen. Viele Freiwillige sind derzeit auch in Afghanistan im Einsatz, um Kranke und Flüchtlinge zu betreuen.

Die Organisation wurde 1971 von französischen Ärzten in Paris gegründet. Beim Krieg im nigerianischen Biafra und bei einer Überschwemmungskatastrophe in Bangladesch waren die Helfer erstmals im Einsatz. Waren es am Anfgang nur einige Wenige, die sich in den Dienst der guten Sache stellten, ist die Schar der Helfer im Lauf der Jahre nach und nach gewachsen: Derzeit arbeiten jährlich rund 3.000 Freiwillige und fast 20.000 lokale Mitarbeiter in aller Welt für "Ärzte ohne Grenzen".

"Ärzte ohne Grenzen" verstärkt seine Arbeit in Afghanistan
Die Organisation startet in zwei Camps Hilfsprogramme für Vertriebene: Es handelt sich um die Lager "Mile 46" und Makaki. Etwa 8.000 Vertriebene, die in das Wüstengebiet zwischen den Provinzen Nimroz in Afghanistan und Sistan Balouchistan im Iran geflohen sind, werden betreut. "Die Lager sind mitten in der Wüste - es gibt nichts als Steine und Sand, kein Schatten weit und breit", beschrieb Pierre Pascal Vandini von "Ärzte ohne Grenzen" die Situation. In Zusammenarbeit mit dem Iranischen Roten Kreuz, das die Bedürfnisse nicht allein abdecken kann, hat "Ärzte ohne Grenzen" Ambulatorien, eine Rehydrierung- und Isolationsstation sowie ein Beobachtungszelt mit Betten wurden eingerichtet.

Die Menschen im Lager kamen vor allem aus den Regionen Mazar i Sharif, Kandahar, Kabul, Badghis und Farah sowie Helmand, hieß es. Die Meisten seien aus Angst in der Nacht unterwegs gewesen. Ihre Reise auf Straßen, die durch Angriffe verwüstet sind, dauerte in manchen Fällen bis zu zwei Wochen.

Bei der Polio-Impfung des UNO-Kinderhilfswerks erhielten die Kinder gleichzeitig eine Dosis Vitamin-A, um ihre Abwehrkräfte zu stärken, so die UNICEF. Lediglich in zwei Distrikten der heftig umkämpften Region um Mazar-i-Sharif im Norden des Landes fand die Aktion nicht statt. Auf Afghanistan und Pakistan entfallen 20 Prozent aller in diesem Jahr registrierten Fälle von Kinderlähmung. Weltweit ist das Polio-Virus fast ausgerottet.

S E R V I C E: Ärzte ohne Grenzen Afghanistan-Spendenkonto: PSK 930.40.950, Kennwort Afghanistan;
UNICEF Österreich-Spenden für die notleidenden Kinder in Afghanistan: PSK 15 16 500 Stichwort: Kinder Afghanistan

Ausführliche Info unter www.aerzteohnegrenzen.at

22.11.2001 13:23