Kolonie belastet Verhältnis Spanien-Großbritannien

Spanien und Großbritannien wollen bis Sommer 2002 eine "globale Vereinbarung" über die umstrittene britische Kolonie Gibraltar treffen. Darauf einigten sich der britische Außenminister Jack Straw und sein spanischer Amtskollege Josep Pique in Barcelona.
Die seit 300 Jahren unter britischer Verwaltung stehende Mittelmeerinsel an der Südküste Spaniens sorgt seit jeher für Spannungen zwischen London und Madrid. Spanien fordert die Rückgabe des 1713 von Großbritannien eroberten Territoriums.
Spanien will die Bewohner Gibraltars nicht hören
Im Vorfeld des Treffens hatte es Differenzen über die Teilnahme der Regierung von Gibraltar gegeben. Spanien forderte, sie in die britische Delegation zu integrieren und lehnte es ab, sie als eigenständigen Verhandlungspartner mit einem Vetorecht zu akzeptieren. Daraufhin lehnte der Regierungschef von Gibraltar, Peter Caruana, eine Teilnahme ab. Auf der Agenda der zweistündigen Unterredung standen unter anderem die gemeinsame Nutzung des Flughafens von Gibraltar durch Spanien und Großbritannien, der Ausbau des Telefonnetzes sowie Erleichterungen beim Grenzverkehr für die Bevölkerung Gibraltars.
Bewohner wollen keine Spanier werden
Das größte Problem bei den Gibraltar-Gesprächen besteht darin, dass die 27.000 Bewohner der Besitzung nicht zu Spanien gehören wollen. London ist zwar bereit, den Kolonialstatus Gibraltars zu überwinden. Die britische Krone hat den Bewohnern des "Affenfelsens" an der Südspitze Spaniens aber versprochen, sie nicht zur Annahme der spanischen Nationalität zu zwingen. Und die 27.000 Einwohner sind zu vielem bereit, aber nicht zur Annahme des spanischen Passes.
"Gibraltar will britisch bleiben. Es wäre doch außerdem masochistisch zu einem Staat gehören zu wollen, der uns seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt", erklärte Gibraltars Ministerpräsident. Während der Franco-Diktatur war Gibraltar durch Grenzschließung völlig isoliert. Auch die heutigen Grenzkontrollen der spanischen Polizei und die aggressive Außenpolitik Spaniens, die Gibraltar jegliche politische Handlungsfähigkeit abspricht, werden als reine Schikane und Provokation bezeichnet.
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