Armee zerstört Häuser im Gaza-Streifen

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat die neue Nahost-Initiative der US-Regierung begrüßt. Gestern noch hatte er ähnlich lautende EU-Vermittlungsversuche mit deutlichen Worten zurück gewiesen. Im Gazastreifen zerstörten Planierraupen mindestens 18 palästinensische Häuser.
Sharon beglückwünsche US-Präsident George W. Bush und US-Außenminister Colin Powell dazu, dass sie sich für den "bedingungslosen Kampf gegen den internationalen Terrorismus und für die Werte Freiheit und Demokratie" einsetzten, hieß es in einer in Jerusalem verbreiteten Stellungnahme.
Um einem Waffenstillstand mit den Palästinensern näher zu kommen, sei in Abstimmung mit Außenminister Schimon Peres ein Verhandlungsteam gebildet worden, das unter anderem mit dem US-Sondergesandten William Burns sprechen solle. Sharon betonte, Vorbedingung für jeglichen politischen Fortschritt sei weiterhin das "definitive Ende von Terrorismus und Gewalt".
Powell fordert Siedlungs-Stopp
US-Außenminister Colin Powell hat Israel und die Palästinenser zur sofortigen Beendigung der Gewalt im Nahen Osten aufgefordert. Powell kündigte in seiner Rede in Louisville, Kentucky, an, der US-Sonderbeauftragte William Burns solle als Vermittler in den Nahen Osten zurückkehren. Den ehemaligen Kommandeur der US-Streitkräfte im Persischen Golf, Anthony Zinni, ernannte er zu seinem Nahost-Sonderberater. Powell forderte die Palästinenser auf, die Gewalt in den Autonomiegebieten zu stoppen. Dort müssten die Israelis ihrerseits den Siedlungsbau beenden.
Die USA seien weiterhin bereit, sich "aktiv als Dritte" in die Gespräche zwischen den Konfliktparteien im Nahen Osten einzuschalten. "Wir haben die Vision von einer Region, in der zwei Staaten - Israel und Palästina - Seite an Seite in sicheren und anerkannten Grenzen leben", betonte Powell.
UNO-Generalsekretär Kofi Annan ließ in New York mitteilen, die Rede Powells sei "eine wichtige Ausarbeitung" der Visionen Bushs vor der UNO-Vollversammlung in der vergangenen Woche. Er begrüße insbesondere Powells Forderung der Einhaltung eines Waffenstillstandes durch beide Konfliktparteien.
Neue Kämpfe
Die israelische Armee ist in der Nacht zum Dienstag erneut auf Palästinensergebiet vorgerückt. Bewaffnete Palästinenser leisteten erbitterten Widerstand. Mindestens zwei Palästinenser seien bei Schusswechseln verletzt worden. Auch Dienstag früh dauerten die Kämpfe noch an. Nach Angaben von Augenzeugen nahmen israelische Panzer auch eine Trafo-Station unter Beschuss. Im gesamten Stadtgebiet von Rafah ist der Strom ausgefallen.
Das Militär hat außerdem mindestens 18 Häuser im Gaza-Streifen demoliert. Panzer und Planierraupen sind in den frühen Morgenstunden im Schutz der Dunkelheit in das unter palästinensischer Verwaltung stehende Flüchtlingslager Rafah an der ägyptischen Grenze eingedrungen, haben die Häuser zerstört und dort wohnende Familien zur Flucht gezwungen.
Die israelische Armee teilte mit, das betroffene Gebiet stehe nicht unter palästinensischer Verwaltung. Auch seien die zerstörten Gebäude "unbewohnt" gewesen.
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