Österreicher: Präsident mischt sich zu viel ein!

Eine Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Market bescheinigt Bundespräsident Thomas Klestil ein deutliches Sympathie-Tief. Die Konflikte um die österreichische Reisediplomatie haben das Image des Präsidenten angekratzt (Das Geheimpapier). Aber auch Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hat das Hick-Hack nicht unbeschadet überstanden.
Nur ein einziges Mal - nämlich nach seiner Ehekrise - hatte Thomas Klestil derart schwache Umfragewerte.
Es sind vor allem FP-Anhänger und ältere Menschen, die mit Klestil nicht zufrieden sind. Für 18% der Österreicher mischt er sich zu viel ein; frühere Bundespräsidenten hielten sich von den Niederungen der Tagespolitik eher fern und hatten ein Image als zurückgezogene und würdevollere Amtsträger. 16% gefällt Klestil ganz allgemein "weniger gut", 11% gar nicht.
Besonders jüngere und männliche Befragte wünschen sich dagegen ein noch aktiveres Eingreifen Klestils in die Tagespolitik.
- 13% gefällt Klestil ausgezeichnet,
- 34% gefällt er gut.
- 44% denken, der Präsident findet gerade das richtige Maß.
Verschiebung gegen Klestil
Die unübersehbaren Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Präsidenten und der Regierung haben die Wahlberechtigten in zwei annähernd gleiche Lager gespalten.
- 49% (früher: 58%) wollen einen Präsidenten, der aktiv am Geschehen teilnimmt,
- 47% (früher: 37%) wollen ihn auf die Repräsentationsfunktion beschränken.
Ferrero-Waldner mit weniger Chancen
Die Außenministerin ist immer wieder als mögliche Kandidatin für die Nachfolge Klestils im Gespräch. Bei der Umfrage zeigen sich aber auch für sie schwindende Aussichten:
- 44% (früher: 53%) halten Ferrero-Waldner für eine mögliche Präsidentin
- 46% (33%) lehnen diese Idee ab.
Noch schlechter sieht es für SPÖ-Nationalratspräsident Heinz Fischer aus: 32% (zuletzt 42%) trauen ihm das Amt zu, 46% (41%) glauben nicht daran. An einen Präsidenten Herbert Scheibner von der FPÖ glauben nur 10% der Österreicher.
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