Mitarbeiterzahl seit Jahresbeginn halbiert

Der schwere Einbruch im Internet- und Telekombereich und kostspielige Firmenkäufe haben den kanadische Telekomausrüster Nortel Networks Corporation in Bedrängnis gebracht. Das Unternehmen rechnet für das dritte Quartal 2001 mit einem Riesenverlust von 3,6 Mrd. US-Dollar (3,95 Mrd. Euro/54,3 Mrd. S) und will daher weitere 20.000 Stellen streichen.
Die Gesellschaft hat außerdem ihren bisherigen Finanzvorstand Frank Dunn zum neuen Unternehmenschef ernannt. Dies hat Nortel am Dienstag nach Börsenschluss mitgeteilt. Die Aktien des angeschlagenen Unternehmens haben in den letzten zwölf Monaten mehr als 91 Prozent an Wert verloren.
Nortel-Konzernchef John Roth (58) gibt die Führung an Dunn zum 1. November ab und tritt damit ein halbes Jahr früher als geplant zurück. Er wird bis Ende nächsten Jahres als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender bei Nortel bleiben. Roth hatte Nortel seit 1997 mit einer aggressiven Expansionsstrategie in den Bereichen Faseroptik, Mobilfunk und Datennetze zum größten nordamerikanischen Telekomausrüster gemacht.
20.000 Mitarbeiter zittern um ihre Jobs
Nortel will zusätzlich etwa 10 000 Mitarbeiter nach Hause schicken und weitere 10.000 Stellen durch den Verkauf "nichtstrategischer" Sparten einsparen. Hierdurch reduziert das Unternehmen die Zahl seiner Mitarbeiter auf rund 45.000 Personen. Zu Jahresbeginn waren im Unternehmen noch 94.500 Menschen beschäftigt.

