350 Mitarbeiter am Standort Linz verlieren ihren Job

Hohe Verluste in der Metallurgie und die Konjunkturflaute machen dem größten heimischen Industriekonzern, der VA Tech, schwer zu schaffen. Die VA Tech hat Schulden in Höhe von 45 Milliarden Schilling. Jetzt wird bei der VA Tech-Tochter Voest Alpine Industrieanlagenbau (VAI) der Mitarbeiterstand von derzeit 4.200 um bis zu 700 reduziert.
Dies gab VAI-Aufsichtsratsvorsitzender Erich Becker am Dienstagnachmittag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung der VAI bekannt. Das Unternehmen sieht die Maßnahme als Teil eines Gesamtplanes, um die VAI den geänderten Marktbedingungen anzupassen und "Schwung für eine positive Zukunft zu nehmen", so Becker. Dem Aufsichtsrat waren mehrere Einsparmodelle vorgelegt worden.
In der Linzer Zentrale arbeiten derzeit 1.600 der rund 4.000 Metallurgie-Beschäftigten. Dem Vernehmen nach sind von den Stellenreduktionen hauptsächlich das Geschäft mit Großanlagen betroffen. Aufträge im Wert mehrerer Mrd. S kämen immer seltener, weshalb das Unternehmen diese Kapazitäten reduzieren müsse. Der Teilkonzern solle sich verstärkt weg vom Anlagenbau hin zu Automatisierung und Service orientieren.
Die Metallurgietechnik konnte im Geschäftsjahr 2000 nur dank des Zukaufs des früheren Konkurrenten Kvaerner Metal Engineering (KME) ihr Geschäftsvolumen ausweiten und den Auftragseingang um 10 Prozent auf 1,080 Mrd. Euro steigern sowie den Umsatz um 23 Prozent auf 1,055 Mrd. Euro. Integrationsaufwendungen verschlechterten aber gleichzeitig den Betriebserfolg vor Steuern (EBIT) von plus 50 auf minus 36 Mill. Euro und die Umsatzrendite (ROS) von plus 5,9 Prozent auf minus 2,5 Prozent. Die Mitarbeiterzahl ist von durch den Kauf von KME von 3.122 auf 4.125 gestiegen.
Im ersten Halbjahr 2001 vergrößerte die dank KME zum weltweit zweitgrößten metallurgischen Anlagenbauer aufgerückte VA Tech Metallurgie das negative EBIT von 1,3 Mill. Euro im Vorjahresvergleich auf minus 4,0 Mill. Euro. Konzernchef Erich Becker bezeichnete Ende August eine dreijährige Verlustphase der Metallurgie AG als "vorstellbar".
Seine Ergebnislage konnte VA Tech aber nur dank außerordentlicher Erträge stabil halten. Im a.o. Bereich wurden netto 31 Mill. Euro durch den Verkauf von 5 Prozent Aktien der Voest-Alpine AG erzielt. Ein weiterer Sondererlös, der nicht genannt wird, stammte aus dem Verkauf von 80 Prozent der Voest-Alpine MCE an die Andlinger-Gruppe.
Sanierungskonzept in Ausarbeitung
Beim VA Tech-Konzern ist ein Sanierungskonzept in Ausarbeitung, das eine Fokussierung von derzeit fünf Unternehmensbereichen in zwei Bereiche vorsieht. Einer davon soll Metallurgie sein, der zweite aus den Bereichen Energie (Hydraulische Energieerzeugung zusammen mit Energieübertragung und -verteilung), Wassertechnik und Infrastruktur gebildet werden. Die zuletzt genannten Bereiche haben das erste Halbjahr 2001 alle positiv abgeschlossen.
Beim nächsten VA Tech Aufsichtsrat Mitte Oktober werde die neue Struktur noch nicht zur Abstimmung kommen, heißt es. Es seien noch mehrere Varianten im Spiel, mit der Zielsetzung, den Konzern "eher einfacher als komplizierter" zu strukturieren.

