Montag, 1. Oktober 2001

Infineon streicht 5.000 Arbeitsplätze

In der vergangenen Woche hatte es Gerüchte um die Zahlungsfähigkeit des angeschlagenen Chip-Hersteller Infineon gegeben. Am Montag hat die Führung die Hälfte der Belegschaft in den Werken in München und Regensburg in Kurzarbeit geschickt.

Für die rund 2.500 Betroffenen gelten sechs Monate lang verkürzte Arbeitszeiten, sagte ein Sprecher am Montag in München. Infineon hatte die Sparmaßnahme im Juli als Reaktion auf drastische Verluste durch die Halbleiterkrise angekündigt. Außerdem streicht das Unternehmen wie geplant rund 5.000 Arbeitsplätze. Knapp die Hälfte davon noch in diesem Jahr.

In München sind nach Angaben des Sprechers seit Montag rund die Hälfte der 2.000 Beschäftigten in Kurzarbeit. In Regensburg haben rund 1.500 der 3.300 Beschäftigten verkürzte Arbeitszeiten. Zeitweise waren die Werke nach Angaben von Infineon nur noch zu 20 Prozent ausgelastet. Am Standort Dresden mit mehr als 3.000 Mitarbeitern ist vorerst keine Kurzarbeit geplant.

In den vergangenen Wochen hatten Spekulationen über eine drohende Zahlungsunfähigkeit das Unternehmen zusätzlich belastet. Der Unternehmenssprecher wies die Gerüchte erneut zurück. An der Börse hielt die Skepsis über die weitere Entwicklung dennoch an. Mit einem Minus von 6,7 Prozent gehörte Infineon am Montag zeitweise zu den größten Verlierern im DAX.

1.10.2001 14:50