SPEZIAL: KRISE BEI DEN FLUGGESELLSCHAFTEN

·Sabena-Krise
1.400 Stellen sind in Gefahr
·Iberia
Massenkündigungen werden erwogen
Das Debakel der Schweizer Fluggesellschaft Swissair kostet wahrscheinlich rund 8.000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Das erklärte der Leiter der Direktion Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (seco), Jean-Luc Nordmann. Die erste Kündigungswelle werde Ende Oktober erwartet, sagte er. Der Flugbetrieb bleibt auch am Wochenende eingeschränkt. Die UBS-Bank stellt Swissair weiter 55 Millionen Franken zur Verfügung
Über einen Sozialplan werde derzeit diskutiert, es sei aber nicht Sache des Staates, ihn zu finanzieren, sagte Nordmann. "Wir sind mit der Swissair im Gespräch über die Bereitstellung eines Sozialplanes." Das Geld dafür müsste aus der Pensionskasse kommen. "Es sind auf alle Fälle gewisse Reserven vorhanden, wie die Swissair uns versichert hat, aber sicherlich keine zwei Milliarden Franken (1,346 Mrd. Euro/18,5 Mrd. S)", sagte Nordmann. Falls die ausstehenden Löhne nicht bezahlt werden könnten, gebe es die Möglichkeit der Insolvenzentschädigung aus der Arbeitslosenversicherung.
UBS-Bank stellt Swissair 55 Millionen Franken zur Verfügung
Die Schweizer Bank UBS stellt der angeschlagenen Fluglinie Swissair weitere 55 Millionen Franken (37,0 Mill. Euro/509 Mill. S) zur Verfügung. Damit sollen Härtefälle für Passagiere gemildert werden, sagte UBS-Präsident Marcel Ospel. Er kündigte zudem an, dass sich seine Bank aktiv um die Strukturierung und Finanzierung der Sozialpläne für Swissair kümmern werde.
Ospel betonte, die UBS habe das Maximum geleistet, das sie gegenüber den eigenen Aktionären noch verantworten könne. Mittlerweile seien bereits 1,5 Milliarden Franken an die Luftlinie geflossen.
Swissair nur mit eingeschränktem Flugplan
Die Swissair hat am Samstag wieder nur einen eingeschränkten Flugbetrieb durchführen können. Nur 158 der sonst mehr als 400 Flüge konnten nach Angaben des Unternehmens durchgeführt werden. Weitere 92 Flüge der Swissair in Europa übernahm die Crossair, in der die Swissair aufgehen soll.
Auch am Sonntag wird die Swissair-Flotte in eigener Regie nur 164 Flüge absolvieren. Als Grund führte das Unternehmen die begrenzten finanziellen Mittel sowie Probleme mit dem Gläubigerschutz im Ausland an.
Kredit der Regierung reicht vielleicht nicht
Schweizer Tageszeitungen berichteten, dass ein von der Regierung zur Verfügung gestellter Überbrückungskredit von bis zu 450 Millionen Franken (303 Mill. Euro/4,17 Mrd. S) möglicherweise nicht bis zum Monatsende reicht. Zur Sicherung des Flugbetriebes seien bereits zwei Drittel der Summe überwiesen worden.
Swissair-Töchter fliegen weiter
Der Flugbetrieb der schwer angeschlagenen belgischen Sabena lief abMittwoch nach Plan ab. Sabena bot aber drei Zusatzflüge nach Zürich an, da die Maschinen der Muttergesellschaft Swissair am Boden blieben. Der Düsseldorfer Ferienflieger LTU fliegt nach Angaben eines Sprechers ungeachtet der Finanzkrise der Muttergesellschaft Swissair ebenfalls weiter.

