Dienstag, 2. Oktober 2001

Mann in israelischer Uniform schießt um sich

Bei einem Anschlag in der nordisraelischen Stadt Afula sind der Attentäter sowie drei Israelis getötet worden. Weitere 13 Personen wurden verletzt, als der mutmaßliche palästinensische Attentäter auf eine Menschenmenge am zentralen Busbahnhof der Stadt wahllos geschossen hat.

Offensichtlich fuhr der palästinensische Täter mit dem Bus zum Tatort. Dort richtete er sofort seine Maschinenwaffe auf die Passanten und feuerte mehrere Salven auf sie ab. Israelische Polizisten töteten ihn daraufhin mit gezielten Schüssen.

Mehrere der Verletzten erlitten nach Polizeiangaben einen Schock. Erst am Dienstagabend waren bei einem Terroranschlag palästinensischer Extremisten auf die Siedlung Elei Sinai im Gazastreifen zwei junge Israelis getötet und ein Dutzend verletzt worden.

Trotz eines US-Appells zum Gewaltverzicht soll die israelische Regierung der Armee wieder die international kritisierte gezielte Tötung militanter Palästinenser erlaubt haben.

Die USA hatten zuvor an Israel und die Palästinenser appelliert, auf weitere Gewalt zu verzichten. Die Palästinenser-Regierung müsse sofort effektive Schritte einleiten, um Gewalt zu verhindern und diejenigen verhaften, die hinter Terrorakten steckten, verlautete am Mittwoch aus dem US-Außenministerium in Washington. Auch die Israelis müssten von provokativen Aktionen Abstand nehmen und so einer Eskalation der Spannungen entgegenwirken.

Das israelische Kabinett hat eine gezielte Tötung militanter Palästinenser erlaubt. Zuvor waren Palästinenser in eine jüdische Siedlung eingedrungen und hatten zwei der Bewohner getötet. Israels Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer hatte nach der Sitzung des Kabinetts gesagt, die Streitkräfte seien ermächtigt worden, alle notwendigen Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. Später verlautete aus israelischen Diplomaten-Kreisen, dazu gehörten auch gezielte Tötungen.

Die Fatah-Gruppe Arafats teilte in Bethlehem mit, Israel habe ein Attentat auf ein 21-jähriges Mitglied der Gruppe verübt. Der junge Mann hat Krankenhausangaben zufolge bei der Explosion eines Sprengsatzes eine Hand verloren. Zudem weise sein Körper Splitterwunden auf. Der 21-Jährige ist nach Angaben der Fatah der Leibwächer eines Palästinensers, der von Israel im Zusammenhang mit der Tötung einer jüdischen Siedlerin gesucht werde. Die Fatah-Gruppe in Bethlehem kündigte Vergeltung an.

2.10.2001 15:48