ÖH distanziert sich von Morddrohungen

Entsetzt zeigten sich Vertreter des Bildungs- und Finanzministeriums am Dienstag über einen Aufruf zur Ermordung von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) und Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F), der sich Dienstag Früh vor den Eingängen der beiden Ministerien fand. Wörtlich heißt es in dem Flugblatt: "Oktoberrevolution der Studierenden 'dead or live!' Aufruf zur Ermordung von Gehrer und Grasser!"
"Wir werden die Gehrer und den Grasser in ihren Wohnungen ausräuchern und anzünden! Nein zu Studiengebühren!"
Grasser-Sprecher Mathias Winkler erklärte, man verurteilt diese Vorgangsweise auf das Schärfste. Der oder die Absender der Botschaft sind bisher nicht bekannt.
Gehrer-Sprecher Ronald Zecha sagte, mit diesem Aufruf ist deutlich eine Grenze überschritten worden. Er sprach von einem "verabscheuungswürdigen Vorgehen". Zecha sagte zudem, der Vorfall könnte nun zum Anlass genommen werden, seitens der ÖH eine demokratischere Gesprächskultur einzuleiten.
ÖH distanziert sich von Mordaufrufen
Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) distanziert sich in einer Presseaussendung von den heute vor dem Bildungs- und Finanzministerium angebrachten Aufrufen zum Mord an Ministerin Gehrer und Minister Grasser. "Weder hat die ÖH mit den Aufrufen etwas zu tun, noch davon gewusst."
Als "merkwürdig" stufen die beiden ÖH-Vorsitzenden, Anita Weinberger und Andrea Mautz, die Reaktion der Minister-Sprecher ein, die aufgrund des Vorfalles von der ÖH eine "demokratische Gesprächskultur" fordern, die von der ÖH stets an den Tag gelegt, vom Ministerium jedoch ignoriert wurde.
SPÖ und Studenten kritisieren Flugblätter
SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieder verurteilte den Mord-Aufruf in einer Aussendung "aufs Schärfste" - und meinte, man müsse auch bis "ganz weit Rechts" ermitteln, weil es sich um eine "geschickt gelegte Finte" handeln könnte. Von einer "dummen, nicht ernst zu nehmenden Aktion einzelne Verwirrter" sprach VSStÖ-Vorsitzende Eva Schiessl. "Derartige Methoden haben in einer Demokratie nichts zu suchen." bekräftig Stephan Leisner, Bundesobmann der AktionsGemeinschaft.
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