Russland untersucht eigene Kriegs-Verbrechen

Im Schatten des Terror-Krieges geht Russland wieder stärker gegen die separatistische Kaukasus-Republik Tschetschenien vor. Bei einer Armee-Offensive starben nach russischen Angaben 22 tschetschenische Widerstands-Kämpfer. Unterdessen untersucht die Staatsanwaltschaft Vorwürfe wegen gewalttätiger Übergriffe der russischen Truppen.
Kurz vor dem zweiten Jahrestag des neuerlichen russischen Einmarschs in der abtrünnigen Kaukasusrepublik Tschetschenien sind in den vergangenen Tagen 29 Menschen ums Leben gekommen. 22 Tschetschenen wurden getötet, etwa 20 weitere Rebellen wurden fest genommen.
Scharmützel im Süden Tschetscheniens
Armee-Hubschrauber zerstörten laut russischem Militär zwei Lager der Separatisten im Süden des Landes. In Awtury, 30 Kilometer östlich von Grosny, wurden sechs tschetschenische Zivilisten, unter ihnen pro-russische Polizisten, von Separatisten getötet. Eine weitere Zivilistin wurde erschossen, als sie mit einem Polizeiauto unterwegs war. Der Einmarsch der russischen Truppen in Tschetschenien jährt sich zum zweiten Mal.
Vorgehen gegen eigene Kriegs-Verbrechen
Laut russischer Staatsanwalt wurden in Tschetschenien in diesem Jahr mehr als hundert Ermittlungen gegen russische Soldaten wegen Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung aufgenommen. Bisher seien 52 Fälle abgeschlossen worden, sagte der russische Staatsanwalt in Tschetschenien, Wsewolod Tschernow, im russischen Fernsehsender ORT. 43 Soldaten wurden zuletzt verurteilt, einige von ihnen zu langen Haftstrafen. Russland nimmt laut Tschernow Berichte über Übergriffe der russischen Armee sehr ernst. In jüngster Zeit sollen deshalb weitere Büros für Militär-Staatsanwälte eingerichtet worden sein.
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