Mittwoch, 26. September 2001

Die Neue von Schlosshotel Orth im NEWS-Interview

Um in die Nähe des väterlichen Einkommens zu gelangen, müsste sie vermutlich zehn Generationen lang singen, und das rund um die Uhr. Und so war, ein paar Duette mit dem Erzeuger ausgenommen, von Jenny Jürgens’ Stimme bisher nicht viel zu vernehmen. So versuchte sie sich im darstellerischen Genre – und da ist der Erfolg wahrnehmbar.

In der am 1. Oktober (ORF 2) anrollenden neuen Staffel der Serie „Schlosshotel Orth“ mimt sie in tragender Position die Gattin Albert Fortells. Lesen Sie, was die Menschendarstellerin über Heimvorteil, üble Nachrede und delikate Familienangelegenheiten denkt.

NEWS: Wie kam es zum Engagement beim „Schlosshotel Orth“?
Jenny Jürgens: Na ja, wie das eigentlich immer so den klassischen Weg geht: über meine Agentur. Obwohl ich sagen muss, dass ich dafür kein Casting machen musste. Der ORF und das ZDF wussten schon, dass sie mich für die Rolle haben wollten.

NEWS: Finden Sie diese Art Serie tatsächlich erfreulich, oder geht es um Geld?
Jürgens: Ich will sagen, dass sich hier beides wunderbar vereinbaren lässt. Einerseits verdiene ich gutes Geld, klar. Aber in erster Linie ist es eine gut umgesetzte Arbeit. Bei dieser Rolle hatte ich überhaupt keine Bedenken.

NEWS: Goutiert Ihr Vater diese Karriere?
Jürgens: Absolut. Klar, am Anfang heißt es da schon: „Mensch, jetzt ist sie so jung, will von der Schule weg und den Beruf ausüben.“ Ich war aber immer schon recht eigenwillig, sodass Verbote bei mir schwer auszusprechen waren. Ich habe das dann einfach mit Erfolg umgesetzt. Natürlich ist meine Familie stolz darauf.

NEWS: Hilft der Vater als großer Showprofi mit schauspielerischen Tipps aus?
Jürgens: Der Beruf ist immer Gesprächsthema, aber er gibt mir keine schauspielerischen Tipps in dem Sinne. Das ist nicht sein Metier, diesbezüglich habe ich ihn erfahrungsmäßig überrundet. Aber wenn er irgendetwas sieht, das ihm nicht so gefällt, sagt er es mir.

NEWS: Der Name Jürgens muss doch Vorteile bringen.
Jürgens: Gut, dass es ein Vorteil ist, ist klar. Vor allem, wenn man die Mechanismen kennt, wie die Showbranche so abläuft.

NEWS: Hätten Sie es ohne den Namen überhaupt geschafft? Es gibt da böse Zungen.
Jürgens: Die Unkenrufe kenne ich schon und finde sie total ungerecht. Sie stimmen einfach nicht, da ich mir alles selber erarbeitet habe. Ich habe mich auch ab meinem 20. Lebensjahr selbst ernährt.

NEWS: Vater hat Ihnen den Geld- fluss abgedreht?
Jürgens: Er hatte dabei eine ganz eigenständige Strategie, die mich zu einem sehr selbständigen Menschen gemacht hat. Wer glaubt, dass mir Daddy monatlich Schecks schickt, ich in einer großen Villa wohne, die von Papa bezahlt wird, und ich mich um nichts kümmern brauche, der ist einfach ein bisschen dumm.

NEWS: Kürzlich gab es in Wien ein Treffen der Jürgens-Familie. War das die Regel?
Jürgens: In der Konstellation ist es eine seltene Regel. Wir achten zwar darauf, dass es immer wieder dazu kommt, aber da wir alle so verstreut leben, mein Vater in der Schweiz, ich in Deutschland, meine Schwester in New York, mein Bruder in München, ist es dann nicht immer so einfach, alles zu koordinieren. Wenn es aber eine Gelegenheit dazu gibt, dann versuchen wir natürlich alles zu organisieren, um zusammensein zu können.

NEWS: Gloria, das uneheliche Kind Ihres Vaters, war auch dabei. Stärkt das die Bindung zum Vater - oder befremdet einen so etwas nicht?
Jürgens: Also angefressen war ich nicht, weil mir das nicht zusteht. Natürlich ist es nicht ausgeblieben, dass man mal gesagt hat: "Musste das jetzt sein?" Ich hoffe, dass die Gloria möglichst verschont bleibt von den Turbulenzen, die mit ihrem berühmten Vater zu tun haben. Sie ist auch ein süßes Mädchen, aber deswegen muss nicht zwischen der Mutter und uns allen die größte Freundschaft ausbrechen.

Das ganze Interview mit Jenny Jürgens lesen Sie im neuen NEWS.

26.9.2001 13:16

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