Abschwung kann auch Österreich erreichen

Die Terroristen haben nicht nur das World Trade Center zum Einsturz gebracht, sondern auch die USA endgültig in die Krise gestürzt. In eine Krise, deren Folgen in Europa und Österreich bereits mit unangenehmer Deutlichkeit zu spüren sind. Im neuen FORMAT lesen Sie alles über die Folgen der Terroranschläge für die Weltwirtschaft - und für Österreich.
"Die US-Wirtschaft befindet sich bereits in einer Rezession", schreibt die Deutsche Bank in ihrer neuen Weltwirtschaftsanalyse. Auch die Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs konstatieren einen "eindeutigen Abschwung" in den Vereinigten Staaten. Leere Shopping Malls und um vierzig Prozent rückläufige Umsätze im Autohandel zeigen, daß die US-Konsumenten extrem verunsichert sind. Kursstürze und Verunsicherung haben die Finanzwelt orientierungslos zurückgelassen. Niemand in den USA glaubt mehr an eine rasche Fortsetzung des längsten Aufschwungs der US-Geschichte. Die Wirtschaftswelt wird daher in den kommenden Wochen vor allem über zwei Fragen diskutieren: Wie lange wird der Abschwung dauern, und wie schlimm werden die Konsequenzen für die Weltwirtschaft und damit für Europa und Österreich?
Große Konsequenzen erwartet
Die EU-Kommission revidierte ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2001 von 2,8 auf "unter zwei Prozent" – und muß sich dabei immer noch vorwerfen lassen, zu optimistisch zu sein. Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) mußten ihre optimistischen Wachstumsprognosen für Österreich ebenfalls der traurigen Realität anpassen: von 1,7 auf 1,3 Prozent (Wifo) beziehungsweise von 2 auf 1,4 Prozent (IHS). Und es könnte noch viel schlimmer kommen. Wifo-Konjunkturexperte Markus Marterbauer: "Auch in Europa und in Österreich kann eine Rezession nicht ausgeschlossen werden."
Reisebranche droht der Kollaps
Wir schlittern ungebremst in eine Rezession, an der wir zwei Jahre kauen werden“, beschreibt Helmut Peter, Chef des Weißen Rössl und Präsident der Österreichischen Hoteliersvereinigung, die dramatische Situation der Tourismusbranche. Seit dem Terroranschlag in New York hagelte es in den Reisebüros zigtausend Stornos – ganz zu schweigen von Neubuchungen nach Übersee, die um 25 bis 30 Prozent eingebrochen sind. Den Österreichern ist die Lust auf Auslandsreisen gehörig vergangen. Die verheerenden Auswirkungen: Bei heimischen Reiseveranstaltern, Hotels und Luftfahrtunternehmen sind bis zu 10.000 Jobs gefährdet. Am härtesten trifft es Reiseveranstalter, die stark im US-Geschäft verankert sind. „Fact ist, daß wir derzeit keine Buchungen nach Nordamerika haben“, bestätigt Alexander Gessl, Chef der FTI-Touristik. Geo- Reisen beziffert die Einbußen bisher mit 26 Millionen Schilling, und der Veranstalter GTT verzeichnet bei Neubuchungen einen Rückgang von satten zwanzig Prozent.
Alle Informationen über die wirtschaftlichen Folgen des Terrors finden Sie im neuen FORMAT.

