Sabena-Mitarbeiter streiken weiter

Die Schweizer Traditionsfluglinie Swissair ist offenbar am Ende. Nun wird ein Teilkonkurs angestrebt. Zuletzt hatte es geheissen, die Oktoberlöhne für die Mitarbeiter könnten nicht mehr garantiert werden. Die Sabena-Belegschaft streikt indessen weiter.
An diesem Montag müssen 200 Mill. Franken (135 Mill. Euro/1,86 Mrd. S) an die belgische Luftfahrtgesellschaft Sabena überwiesen werden, an der die Swissair mit knapp 50 Prozent beteiligt ist. Dieses Geld ist derzeit nicht vorhanden.
Das ganze Wochenende gab es Krisensitzungen zur Rettung der Luftgesellschaft mit 72.000 Mitarbeitern. Nach Informationen der "SonntagsZeitung" soll die Swissair in Teilkonkurs gehen, die überlebensfähigen Teile aber von ihrer Tochter Crossair aufgefangen werden.
Sabena-Mitarbeiter streiken weiter
Piloten der belgischen Fluggesellschaft Sabena haben ihren Streik am Samstag fortgesetzt. Wegen des wilden Streiks mussten am Freitag 70 von 200 Flügen gestrichen werden, wie ein Sabena-Sprecher sagte. Es sei unklar, ob am Samstag genug Piloten gefunden werden könnten für die Flüge in die USA oder Kanada. Die Piloten protestieren mit dem Streik gegen den Sanierungsplan für das finanziell angeschlagene Unternehmen.
Sabena hatte am Mittwoch mit drei beteiligten Gewerkschaften einen Sanierungsplan vereinbart, der die Streichung von 2.000 Arbeitsplätzen vorsieht. Die Piloten waren an diesen Verhandlungen nicht beteiligt. Die belgische Cockpit-Vereinigung bezeichnete den Ausstand als Notmaßnahme, um die Öffentlichkeit und die belgische Regierung zu alarmieren. Die Umsetzung des Plans werde das Ende von Sabena bedeuten. Anteilseigner der Fluggesellschaft sind der belgische Staat und die Swissair. Swissair-Chef Mario Corti hatte am Freitagabend deutlich gemacht, dass die Luftverkehrsholding in einem akuten Liquiditätsengpass steckt. Die Swissair weiß deshalb nicht, woher sie die 200 Millionen Franken (135,0 Mill. Euro/1,86 Mrd. S) nehmen soll, die am kommenden Montag an die Sabena fällig werden.

