Freitag, 28. September 2001

SPEZIAL: DAS NEUE STROM-ZEITALTER

Am 1. Oktober wurde auch in Österreich die völlige Marktliberalisierung am Stromsektor vollzogen. Noch macht das neue Strom-Baby seinen Eltern viel Arbeit. Denn die neuen Alternativanbieter kämpfen mit einem - noch - zögernden Publikum. Erst einige tausend der insgesamt drei Millionen Privathaushalte wechselten seit der Marktöffnung zu einem der neuen Alternativ-Energielieferanten.

Dass die bekannten Energielieferanten wie Wienstrom oder EVN nicht kampflos auf ihre Stromkunden verzichten,fordert die alternativen Anbieter jetzt neuerlich heraus. Die Verbund- & Raiffeisentochter "Raiffeisen Ware Wasserkraft" hat bisher 4.500 Verträge mit Neukunden abgeschlossen. "Raiffeisen Ware Wasserkraft"-Chef Michael Heiden gibt sich mit den Zahlen allerdings zufrieden, zählen für ihn nicht nur Kunden, sondern vor allem der Gesamt-Energieverkauf: "Hier liegen wir mit insgesamt 40 Millionen verkauften Kilowattstunden deutlich über dem Businessplan."

Der Diskontanbieter "Switch" mit einem Kilowattstundenpreis von 42 Groschen der derzeit günstigste Alternativanbieter, setzt hingegen auf rasche Kundenaquisition. "Wir zählen nicht die verkauften Kilowattstunden, sondern in der Anfangsphase muss man Marktanteile gewinnen", verrät Switch-Chef Rene Huber seine Strategie.

Die Kunden warten noch ab
Mehr Kopfzerbrechen macht Switch-Boss Huber aber der mangelnde Informationsstand der Österreicher: "Nur 19 Prozent der Österreicher wissen über die Liberalisierung Bescheid. Da muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden, damit das Geschäft wirklich ins Rennen kommt."

Zwar zeigen sich bereits 13 Prozent der Österreicher an einem Wechsel des Stromanbieters interessiert, allerdings nur, wenn die Preisdiifferenz zwischen altem und neuen Anbieter über fünf Prozent liegt. Switch-Boss Rene Huber optimistisch: "Wir wussten, dass dies kein Sprint wird, sondern ein Marathon."

28.9.2001 17:48