In NEWS: Keine Rezessions-Gefahr für Österreich

"Ich halte es mit Sir Karl Popper. Der sagt: Optimismus ist eine Pflicht..." Finanzminister Karl-Heinz Grasser sieht im NEWS-Interview keine Rezessions-Gefahr. Obwohl die Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Österreich noch einmal nach unten revidiert werden. Die Gefahr einer Rezession ist gewachsen. Experten verweisen allerdings auf psychologische Effekte, die eine solche Entwicklung beeinflussen können.
NEWS: Die Terroranschläge in den USA treffen die Wirtschaft schwer. Ist eine Rezession unausweichlich?
Finanzminister Grasser: Nein. Es ist unverantwortlich, die Situation krankzujammern und Panik zu verbreiten. Wirtschaft ist auch eine Frage der Stimmung. Da ist gemeinsame Verantwortung gefordert.
NEWS: Was soll die Wirtschaftspolitik jetzt tun?
Finanzminister Grasser: Wir müssen das Wachstumspotenzial Europas erhöhen, und zwar durch eine Fortsetzung des Stabilitäts- und Wachstums-Paktes beziehungsweise durch strukturelle Reformen.
Immer öfter wird gefordert, die Konjunktur durch zusätzliche Staatsausgaben anzukurbeln.
Finanzminister Grasser: Das ist der Weg der staatlich gesteuerten Wirtschaft, der gnadenlos gescheitert ist. Ein Rückfall in die Politik des deficit spending wäre für mich Betrug an der nächsten Generation.
Halten sie trotz der flauen Konjunktur am Nulldefizit fest?
Finanzminister Grasser: Wir haben ein budgetäres Problem in der Größenordnung von plus/minus acht Milliarden. Wir werden keine Ausgaben kürzen und keine Steuern erhöhen, um diese acht Milliarden wettzumachen.
Wackelt das Nulldefizit für 2002?
Finanzminister Grasser: Nein. Wir haben Reserven. Ich halte es mit Sir Karl Popper, der sagt: "Optimismus ist eine Pflicht." Das gilt besonders für einen Finanzminister.
Ihre Budgetziele stehen und fallen mit der Verwaltungsreform. Da sind Sie aber 3,5 Milliarden Schilling unter Plan.
Finanzminister Grasser: Da müssten sich die Länder endlich einen Ruck geben. Ich bin mit dem Fortgang der Verwaltungsreform nicht zufrieden.
Soll sich Österreich tatsächlich 30 Milliarden Schilling teure Abfangjäger leisten?
Finanzminister Grasser: Wir wollen zuerst die Angebote kennen lernen. Wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, wollen wir entscheiden, ob das Geschäft Sinn macht oder nicht.
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