Fantastische Kurs-Sprünge bei Libro-Aktien

Für die Marke Lion.cc, Internet-Plattform der insolventen Libro AG wurde nun doch eine Lösung gefunden. Der Verkauf steht unmittelbar bevor, anscheinend wurde gestern bereits ein Vorvertrag unterzeichnet. In dem Käuferkonsortium soll auf verschlungenen Wegen auch die Telekom Austria-Gruppe federführend vertreten sein. Unterdessen vollführten die Aktien der Konzernmutter Libro interessante Kapriolen.
Der Verkauf von Lion.cc, konkret der Marke und anderer Assets der Internet-Tochter von Libro, dürfte so gut wie über die Bühne sein. Am Dienstag hat die bisher mehrheitlich der Bank Austria gehörende Veranstaltungsfirma MC Marketing GmbH ein verbindliches Angebot für Marke und Domain gelegt, das als praktisch angenommen gilt. In der Folge könnte auch die Telekom Austria (TA) über eine neue Konstruktion einer der Haupt-Nachnutzer der Web-Plattform sein.
Indirekte Übernahme
Gestern wurden offenbar schon Vorverträge unterschrieben. Intensive Verhandlungen laufen aber noch. Die MC Marketing, die noch mehrheitlich im Einflussbereich der Bank Austria (BA) steht, tritt als Käufer von Lion.cc-Assets auf. Für die MC Marketing selbst gibt es nach Angaben ihres Gechäftsführers und Miteigentümers Hans Jörg Finsterer "eine Fülle" von Beteiligungsinteressenten, wie er zur APA sagte. Namen nannte er keine. Gerüchte besagen, dass einer dieser neuen MC-Teilhaber aus der Telekom Austria-Gruppe stammen könnte.
TA-Unternehmensspercher Martin Bredl wollte diese Gerüchte am Mittwoch nicht kommentieren, nur so viel: Die Telekom Austria werde mit dem Lion.cc-"Nachfolgeunternemen" weiter kooperieren. Vereinbarungen bezüglich der von der TA übernommenen Lion-Internetkunden würden weitergeführt, so Bredl.
Libro-Aktien explodieren auf 300 Prozent
Die Kursentwicklung der letzten Tagen bei den Aktien der insolventen Buch- und Medienhandelskette Libro sorgte bei Anlegern und Händlern als auch bei Analysten für große Verwunderung. Die Titel konnten ihren Wert binnen weniger Tage bereits mehr als verdreifachen. Notierten die Papiere am Donnerstag voriger Woche noch bei 0,85 Euro, so mussten im heutigen Handel bereits 2,85 Euro je Anteilsschein bezahlt werden. Alleine gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 1,55 Euro betrug das Kursplus gegen 11:00 Uhr satte 83,87 Prozent oder 1,30 Euro. Das Umsatzvolumen betrug bis dato 72.865 gehandelte Stück. "Nicht schlecht," befinden Marktteilnehmer.
Großes Rätselraten herrschte über den Hintergrund dieser Kursexplosion. "Ich kann mir nicht vorstellen, wer hier kaufen sollte", zeigten sich Anleger ratlos.

