Mittwoch, 26. September 2001

Experten erwarten Zinssenkungen

Die bereits düsteren Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft haben sich nach einer Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF) durch die Terroranschläge in den USA weiter verschlechtert. "Die jüngsten Ereignisse werden [...] die Risiken einer Abwärtsbewegung sowohl in den USA als auch anderswo verstärken", schreibt der IWF.

Das Papier wurde in einer Pressekonferenz mit dem neuen IWF-Chefvolkswirt Kenneth Rogoff erläutert. Der IWF ist für die Weltwirtschaft allgemein und für die USA insbesondere pessimistisch eingestellt. Aus "undichten" IWF-Stellen sind schon seit August laufend IWF-Abwärtsrevisionen für das Wachstum der Weltwirtschaft durchgesickert.

Die Organisation hat ihre Prognose für das diesjährige Wachstum in dem Bericht deutlich nach unten korrigiert: von 3,2 Prozent im Frühjahr auf jetzt 2,6 Prozent. Die Analyse wurde aber vor den Anschlägen in New York und Washington am 11. September durchgeführt. Der IWF stellte noch für Mittwoch eine ausführlichere Einschätzung der Konsequenzen in Aussicht. Die Einschätzungen des IWF sind im Laufe des Jahres ständig nach unten korrigiert worden.

Zinssenkungen zu erwarten?
Experten erwarten, dass sowohl die amerikanische Fed wie auch die europäische EZB in diesem Zyklus und wohl noch in diesem Jahr die Zinsen senken werden. Die Fed werde einen Zinsschritt im Ausmaß von 25 Basispunkten schon am 2. Oktober beschließen, einen weiteren Zinssenkungsschritt um 25 Basispunkten sei später im Jahr zu erwarten. Im Eurosystem rechnet man im Oktober auch mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkten.

26.9.2001 10:37