Dienstag, 25. September 2001

700 Millionen Schilling weniger für AMS

Budgetkürzungen im Ausmaß von rund 20 Prozent müssen einige Wiener arbeitsmarktpolitische Beratungseinrichtungen im kommenden Jahr durch das Arbeitsmarktservice (AMS)-Wien hinnehmen. Betroffen sind vor allem Beratungsstellen für Migranten, die Schuldenberatung und die Einrichtung "Domino" für langzeitarbeitslose Jugendliche.

Das AMS-Wien hat im kommenden Jahr um 700 Millionen Schilling weniger zur Verfügung. Durch das Sparprogramm sind einige Einrichtungen nun in ihrer Existenz bedroht: Als freie Beratungseinrichtungen sind sie großteils von den Subventionen des AMS abhängig.

Kritik an der Regierung
Kritik richtet sich jetzt vor allem gegen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Angesichts der schlechten Konjunkturlage seien Kürzungen bei der Notstandshilfe oder bei Beratungsstellen "kontraproduktiv und sollten zurück genommen werden".

Aus dem AMS-Wien wurden die Einsparungen im Ausmaß von 20 Prozent bestätigt. Der Grund liege darin, dass die Leistungen der betroffenen Einrichtungen nur zu einem "geringen Teil von Arbeitssuchenden" in Anspruch genommen würden. An die Beratungsstelle für Migranten würden sich beispielsweise viele bereits integrierte Migranten wenden. Bei der Schuldenberatung sei der Vermittlungseffekt "kaum nachweisbar". Das Projekt "Domino" werde mit einem anderen Projekt zusammengelegt, so die Sprecherin des AMS-Wien, Susanne Rauscher.

"Keine Leistungs-Einschränkungen"
Für die Jugendlichen gebe es keine Leistungs-Einschränkungen. Man wolle Förderungen künftig "zielgerechter" einsetzen und sich verstärkt auf die Gruppe der tatsächlich Arbeitslosen konzentrieren. Zu den Kürzungen wäre es laut Rauscher früher oder später auch gekommen, wenn ein größeres AMS-Budget vorhanden wäre.

25.9.2001 15:18