Dienstag, 25. September 2001

Konkurs über YLine eröffnet

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Nun ist es soweit: Das an der Nasdaq Europe notierte Wiener Softwarehaus YLine Business Services AG ist in Konkurs. Das seit einiger Zeit erwartete Insolvenzverfahren wurde am Dienstag beim Handelsgericht Wien eröffnet. Gläubigerforderungen sind bis zum 8. November 2001 anzumelden.

Nach dem nun vorliegenden Vermögensstatus betragen die Passiva 362 Millionen Schilling oder 26,3 Millionen Euro, davon entfallen 20,2 Mill. Euro auf Lieferanten und 13,6 Mill. Euro auf IBM.

Drittgrößte Pleite in Österreichs Neuem Markt
Die YLine-Pleite reiht sich damit an die dritte Stelle der New Economy-Insolvenzen des laufenden Jahres. Größer sind nur die derzeit anhängigen fünf Ausgleichsverfahren der LCI-Gruppe mit Passiva von insgesamt 890 Mill. S und der bereits im Erfüllungsstadium befindliche Ausgleich der Millennium Communication Network AG mit Passiva von 400 Mill. S. Insgesamt gab es heuer 22 Insolvenzen aus der New Economy.

Keine Überschuldung
Die Aktiva wurden im YLine-Status mit 46,1 Mill. Euro angegeben, so dass rechnerisch keine Überschuldung gegeben wäre. Allerdings sind davon nur Vermögenswerte von 2,2 Mill. Euro frei, der Rest ist mit Ab- und Aussonderungsrechten belastet, deren Anfechtbarkeit - wie z.B. die Generalzession zu Gunsten von IBM - nun vom Masseverwalter zu untersuchen ist. Von der Insolvenz sind 220 Gläubiger betroffen.

YLine-Töchter mit unterschiedlicher Bilanz
Besiegelt ist auch das Schicksal der YLine-Tochter "i-online". Sie wird nach Erwartung des Kredit-Schutz-Verbandes in Kürze den Ausgleich anmelden. Anders sieht es bei den zahlreichen weiteren Töchtern der YLine-Gruppe aus. Die Anteile, die YLine an diesen Firmen hält, gelten als das Hauptaktivum der insolventen Mutter. Man hofft, diese Töchter aus der Insolvenz heraus zu halten. Der Buchwert dieser Unternehmen wird mit 30,9 Mill. Euro ausgewiesen.

Fortbetrieb oder Liquidation
Vermutlich wird ein Gläubigerauschuss bestellt werden, der gemeinsam mit dem Masseverwalter über die Zukunft des Unternehmens - Fortbetrieb oder Liquidation - entscheidet. Zum Masseverwalter wurde der Rechtsanwalt Christoph Stapf bestellt. Gläubigerforderungen sind bis zum 8. November 2001 anzumelden. Der Termin für die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist noch nicht bekannt.

25.9.2001 14:30