Dienstag, 25. September 2001

Entlassungen in den USA und China

Der US-Konzern Honeywell International will bis zum Jahresende rund 16.000 Stellen streichen und erwartet im dritten Quartal außerordentliche Belastungen von bis zu einer Milliarde Dollar. Die Antwort: Eine Konzentration auf die Kernbereiche des Unternehmens. Noch größere Massen-Entlassungen gibt es derzeit in chinesischen Großbanken.

Der neue Vorstandsvorsitzende des in den Bereichen Raumfahrt und Heimsicherheitssysteme tätigen Unternehmens, Larry Bossidy, sagte im Gespräch mit Analysten am Montag weiter, bis zum Jahresende sollten 51 Standorte geschlossen werden. Im dritten Quartal seien 400 bis 500 Millionen Dollar für den Abbau von 10.500 Stellen vorgesehen. Der Arbeitsplatzabbau bedeutet insgesamt eine Reduzierung der Stellen bei Honeywell von 13 Prozent.

Konzentration auf Kernbereiche
Weitere 300 Millionen Dollar sollen nach Angaben von Bossidy für die Verlagerung von Anlagen verwendet werden. 230 Millionen Dollar seien für Umweltschutzmaßnahmen vorgesehen. Einige Unternehmensteile gehörten nicht zu den Kernbereichen des Konzerns und würden wahrscheinlich verkauft, sagte Bossidy weiter. Unter anderem im Zusammenhang mit der aufgegebenen Fusion mit dem US-Mischkonzern General Electric hatte Honeywell im zweiten Quartal bereits außergewöhnliche Belastungen in Höhe von 651 Millionen Dollar verbucht.

Massenentlassungen in den USA
In den vergangenen Monaten hatten bereits andere große US-Firmen einen Stellenabbau im Zusammenhang mit der Konjunkturschwäche in den USA angekündigt. Daneben hatte vor wenigen Tagen unter anderem der US-Flugzeugbauer Boeing den Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt und dies mit den Auswirkungen der Anschläge in den USA vom 11. September begründet.

Massenentlassungen in China
Die verstaatlichte chinesische Großbank ICBA will in diesem Jahr 30.000 Stellen streichen. Die Industrial and Commercial Bank of China hat als einer der vier staatlichen Bankenriesen in der Volksrepublik bereits im vergangenen Jahr 75.000 Arbeitsplätze gestrichen. Damit war die ICBA-Belegschaft auf 470.000 Menschen geschrumpft. Die Staatsbanken ICBA, Bank of China, Agricultural Bank of China und China Construction Bank versuchen sich derzeit im Zusammenhang mit der Aufnahme Chinas in die WTO auf mögliche Börsengänge vorzubereiten.

25.9.2001 09:36