Dienstag, 25. September 2001

Dubiose Anlage-Angebote

Bald ist der österreichische Schilling, der "Alpendollar", Geschichte. Ab 1.1.2002 kommt das Euro-Bargeld. Den Abschied von der heimischen Währung wollen gewisse Münzversandhäuser den Österreichern mit Gedenkprägungen versüßen. "Doch gerade bei Münzen ist nicht alles Gold, was glänzt", warnen Verbraucherschützer.

Nicht in allen Fällen handelt es sich bei den Gedenkmünzen um eine sinnvolle Geldanlage. Im Unterschied zu "echten" Gedenkmünzen - wie jenen der Münze Österreich -, die ein offizielles Zahlungsmittel darstellen, stammen diese Prägungen nicht von einer offiziellen Notenbank. Jeder, ob Firma oder Privatperson, kann sie gegen Entgelt herstellen lassen.

Die Tücken der "Sonderprägungen"
Der Edelmetallgehalt ist laut "Konsument" minimal. Somit tendiere der Wert gegen Null. Bei einem einzelnen Exemplar fällt der Verlust noch nicht schwer ins Gewicht. Doch dubiose Anbieter werfen gleich ganze Serien auf den Markt. Wer im Vertrauen auf exorbitante Wertsteigerungen einige Tausender in einer Serie "zum Abschied des Schillings" investiert, wird später das Nachsehen haben: "Wenn man diese Stücke überhaupt anbringt, lukriert man nicht einmal den Kaufpreis, von einem Gewinn ganz zu schweigen."

Expertentipp: Unabhängige Meinung einholen
Ehe man sich zum Kauf einer Serie entschließt, sollte man sich nach der Wertentwicklung erkundigen. Etwa bei einer auf Münzen spezialisierten Bank, im Dorotheum oder bei einem Münzhändler, der auch Münzen ankauft.

Achtung beim Preis!
"Getrickst" wird aber auch bei "richtigen" Prägungen: Ein Versand bietet beispielsweise die letzte 50-Schilling-Münze Österreichs um 99 Schilling an. Als "Lockargument" dient die "unbegrenzte Wertgarantie der Nationalbank". Die bezieht sich aber nur auf den Nominalwert. 50 Schilling oder 3,63 Euro bekommt man in diesem Fall sicher, wenn man das Stück bei der Österreichischen Nationalbank eintauscht. Eine Wertsteigerung ist möglich, aber keineswegs garantiert.

25.9.2001 09:34