Montag, 24. September 2001

Steueroasen im Kreuzfeuer der Kritik

Österreichische Fondsmanager rechnen nach den Terroranschlägen in den USA und dem damit aufgekommenen Verdacht von Insidergeschäften an der Börse mit stärkerem Druck auf Steueroasen. Die Karibik-Inseln zum Beispiel sind den Fahndern schon lange ein Dorn im Auge.

Joachim Bauer, Chefhändler der Wiener Merit Brokerage, und Markus Pucher, Geschäftsführer der VPM Vienna Portfolio Management AG, gehen im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin "Gewinn" davon aus, dass die "Ermittler kurzen Prozess mit der Diskretion machen werden. Niemand wird jetzt noch die Auskunft verweigern können - sonst gerät er leicht in den Verdacht der Mithilfe an den Terrorakten.

Börsen-Guru bleibt trotz Terror optimistisch
Börsen-Guru Heiko Thieme bleibt optimistisch. "Ein Kurssturz von sieben Prozent ist nicht so schlimm, wenn man ihn mit den Kursverlusten von zehn bis 15 Prozent, wie wir sie in Europa innerhalb einer Woche sehen, vergleicht", wird er zitiert. Egal, wie lange die Konsolidierungsphase anhält: Die nächste Erholungsphase ist in seinen Augen bereits vor programmiert.

EU plant den "gläsernen Anleger"
Im Zuge der Euro-Umstellung macht die EU Jagd auf anonyme Sparguthaben und Steuersünder. Zu diesem Zweck plant die EU nicht nur den "gläsernen Anleger" - das heißt, Zinseinkünfte im Ausland sollen von der jeweiligen Bank an die Finanz zu Hause gemeldet werden - sondern auch eine neue Auskunftspflicht für Steuerberater. Bald soll der Steuerberater auf Wunsch der Finanz alle Details über seine Klienten offen legen müssen. So werden die neuen Anti-Geldwäsche-Maßnahmen auf den Weg gebracht.

24.9.2001 13:04