Experten: "Das alles ist überzogen!"

Die Börsen fingen sich am Montag nach den Katastrophen-Meldungen der vergangenen Wochen. Experten hatten diese Entwicklung vorausgesagt und erhofft. Die Kurse und die tatsächlichen Werte hatten nichts mehr miteinander zu tun.
Der weltweite Ausverkauf an den Börsen nach den Terroranschlägen in den USA hatte nach Angaben des Börsenexperten Prof. Wolfgang Gerke historische Ausmasse. "Diesmal erleben wir eine Dimension, die börsenhistorisch über das Dagewesene herausragt", sagte Gerke.
Kurse kein Abbild der Realität mehr
Der panikartige Ausverkauf an den Börsen sei aber rational nicht begründbar gewesen: "Das alles ist überzogen", sagte der Professor vom Nürnberger Lehrstuhl für Bank- und Börsenwesen. Diese Tiefstände spiegelten trotz aller schlechten Botschaften die realen Vorgänge in der Wirtschaft nicht mehr wieder.
Umschwung wurde erwartet
Der Chefvolkswirt der Dresdner Bank, Klaus Friedrich, sagte dem Fernsehsender "n-tv" am Samstag, der Niedergang an den Börsen sei die Folge einer "einzigartigen Koinzidenz der Ereignisse." Im Moment sei alles negativ gewesen. Aber er denke, die Märkte würden nicht ins Bodenlose fallen, sondern sich fangen.
Die US-Börse hatte am Freitag eine ihrer schlimmsten Wochen beendet. Von Montag bis Freitag büßte der Dow Jones-Index für 30 Standardwerte insgesamt 1400 Punkte oder 14,3 Prozent ein. Dies war der höchste Punktverlust seit der am 21. Juli 1933 beendeten Woche während der Weltwirtschaftskrise. Seit der Handel am Montag nach den Terroranschlägen in den USA wieder aufgenommen wurde, gingen 1,38 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung verloren.
Der deutsche Aktienindex DAX hatte am Freitag zeitweise so tief wie nicht mehr seit Oktober 1997 gestanden, der NEMAX 50 im Tagesverlauf ein neues Allzeittief bei 641,31 Punkten markiert. Die beiden deutschen Indizes haben in der Folge der Terroranschläge etwa ein Viertel ihres Wertes eingebüßt.

