Donnerstag, 27. September 2001

Kommt ein Ex-Minister?

Am 22. Oktober wird es so weit sein: Der SK Rapid Wien bekommt einen neuen Präsidenten. Bis jetzt ist noch unklar, wer das Rennen machen wird, viele Namen sind im Umlauf. Die Favoriten: Ex-Minister Rudolf Edlinger und Karl Schlögl, ÖIAG-Chef Johannes Ditz.

Der 22. Oktober 2001 wird für den Österreichischen Fußball-Rekordmeister Rapid Wien ein nicht gerade unbedeutendes Datum werden. An diesem Tag gibt es bei der Hauptversammlung Neuwahlen und dann erstmals seit 23. Juni 1999 - also nach fast genau 28 Monaten - wieder einen Präsidenten. Seit dem Rücktritt von Günter Kaltenbrunner ist Dr. Peter Weber geschäftsführender Vizepräsident, dieser erklärte aber bereits dezidiert für das neue Präsidium nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Altes Präsidium amtsmüde
"Wir haben uns sehr bemüht Rapid finanziell gesund zu übergeben und werden das neue Präsidium nicht durch irgendwelche Verträge präjudizieren. Für mich ist die Zeit aber vorbei, ich wünsche dem SK Rapid alles Gute", erklärte Weber. Von seinen Präsidiumskollegen ließ mit Rechtsanwalt Dr. Haimo Puschner auch bereits der Dienstälteste (seit 1994 dabei) Abschiedsgedanken anklingen: "Ich werde mit größter Wahrscheinlichkeit nicht mehr dabei sein. Das ist auch eine Altersfrage und inzwischen bin ich auch schon 66 Jahre. Noch dazu ist die nächste Legislaturperiode wieder drei Jahre."

Handlungsunfähig
Für Lothar Matthäus ist "das alte Präsidium bis zum 22. Oktober handlungsunfähig. Bis dahin werden diese Leute sicher keine Entscheidungen über mögliche Verstärkungen treffen." Bedenklich auch, dass zum UEFA-Cup-Spiel nach Belgrad weder der geschäftsführende Vizepräsident noch einer seiner Präsidiumskollegen die Reise mitmachte. Aber auch bei der Entscheidung Pro-Matthäus gab es bereits Interventionen von höchster Stelle. Bank Austria-Chef Gerhard Randa persönlich gab das "Ja" zum Deal des Jahres als Signal für die Zukunft.

Ex-Präsident Kaltenbrunner optimistisch
Bei den weiteren Präsidiumsmitgliedern Mag. Josef Hruby ("So wie es derzeit ausschaut eher Nein"), Peter Strecha ("Für mich persönlich habe ich schon eine Entscheidung getroffen") und Ewald Kirschner ("Eine individuelle Entscheidung nach diversesten Gesprächen") sieht es auch nicht nach einer weiteren Tätigkeit bei "Rapid neu" aus. Für Ex-Präsident Kaltenbrunner eine folgerichtige Entwicklung: "Seit dem Engagement von Lothar Matthäus gibt es den positiven Startschuss zu einem neuen Aufschwung. Wenn man so einen Mann bekommt, müssen Mannschaft, Fans und Funktionäre wirklich froh sein. Es wird einen neuen Präsidenten geben und Veränderungen im Präsidium. Bei Rapid neu wird Aufbruchsstimmung herrschen."

Mann aus Wirtschaft oder Politik?
Als Kaltenbrunner-Nachfolger wurden bisher Namen wie Ex-Minister Rudolf Edlinger (Kaltenbrunner: "Er wäre sehr positiv für den Verein, er hing schon zu seiner Ministerzeit immer mit ganzem Herzen an Rapid"), Chef der Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG und SV Mattersburg-Obmann Martin Pucher ("Ich würde diesem Verein nicht die kalte Schulter zeigen, schon als Kleinstkind wurde ich zum Rapidler erzogen"), der frühere Innenminister Karl Schlögl ("Das ist eine Rapid-interne Suche, die in Ruhe diskutiert gehört") sowie ÖIAG-Vorstand Johannes Ditz oder Xerox Austria-Generaldirektor Erich Kirisits genannt.

Wer immer aber ab dem 22. Oktober das Sagen in Hütteldorf haben wird, eines ist klar: Die Latte liegt hoch, aber das ist beim Rekordmeister Rapid immer so.

27.9.2001 10:13