Montag, 24. September 2001

Rapid feierte ersten Sieg unter Matthäus

Ohne Treffer absolvierten Österreichs Vereine die Hinspiele im UEFA-Cup, am Wochenende tankten alle vier Europacup-Vertreter mit Siegen Selbstvertrauen für die Rückspiele. Nach dem FC Tirol, der mit einem 2:1 in Bregenz die Tabellenführung erfolgreich verteidigte, holten am Sonntag auch der GAK (4:2 gegen Austria), Rapid (2:0 gegen Ried) und FC Kärnten (2:0 gegen Schlusslicht Admira) drei Punkte.

Während der erste Rapid-Sieg unter Lothar Matthäus ein weiterer Schritt Richtung Konsolidierung ist, wurde beim GAK nur ein Interregnum überbrückt.

Personell kaum verändert, aber dennoch wie verwandelt gegenüber den Pleiten in Tirol (0:7) und Utrecht (0:3), trat der GAK im ersten Spiel nach Werner Gregoritsch auf. Interimstrainer Christian Keglevits hat offenbar die richtigen Worte gefunden, um die Blockade zu lösen. Doch er wird bald wieder ins zweite Glied zurücktreten müssen, der GAK sucht intensiv nach einem neuen Cheftrainer.

GAK gut eingestellt
"Das war ein großer Schritt nach vorne, die Mannschaft hat Moral gezeigt. Keglevits hat die Mannschaft großartig eingestellt, als Trainer ist er aber eher kein Thema. Wir verhandeln derzeit mit zwei, drei Leuten", erklärte GAK-Präsident Rudi Roth. Herbert Prohaska und Hans Krankl sind laut Roth noch immer ein Thema, auch wenn Krankl von Admira-Präsident Hans Werner Weiss ein Veto erhielt. Im Rückspiel gegen Utrecht am Donnerstag könnte aber noch Keglevits das Sagen haben.

Nicht auf Remis
Bei Rapid ist seit der Verpflichtung von Lothar Matthäus im Verein Ruhe eingekehrt, laut wird nur der neue Chef. Erst nach einer nicht zu überhörenden Kabinenpredigt in der Pause drehten die Hütteldorfer auf und wurden für das Risiko (Rot für Wagner/54.) auch belohnt. Matthäus hatte trotz Unterzahl nicht auf Halten des Remis gespielt, sondern Verteidiger Schießwald durch Stürmer Maletic ersetzt. Zingler (85.) und Wallner (86.) fixierten noch den Sieg.

Sieg gibt Selbstvertrauen
"Ich war schon als Spieler ein Winner-Typ. Heute hat sich der Mut zum Risiko ausgezahlt, auch mit zehn Mann haben wir das Spiel beherrscht. Mit der ersten Hälfte war ich nicht zufrieden, die Einstellung war aber okay", so Matthäus. Ein Erfolg, der auch im Hinblick auf das Heimspiel gegen Partizan Belgrad am Donnerstag hoffen lässt. "Der Sieg war wichtig für das Selbstvertrauen. Die Mannschaft hat gesehen, dass sie gewinnen und auch zwei Tore schießen kann. Ich hoffe, dass wir gegen Partizan das kleine Wunder schaffen", so der deutsche Rekord-Internationale.

Ali Daei zu Rapid?
Seit Matthäus in Wien ist, laufen bei Rapid auch zum Thema Transfers wieder unzählige Gerüchte. Das Neueste: Ali Daei. Der iranische Stürmer in Diensten von Hertha BSC Berlin, dort aber meist nur Ersatz, weilte am Sonntag im Hanappi-Stadion. Ohne Wissen von Matthäus, der mit Daei beim FC Bayern noch selbst gespielt hat. "Er ist ein guter Stürmer, stark im Kopfball, und der gut deutsch spricht", ließ er sich entlocken.

Was passiert mit Herzog<=?/b>
Heißer wird eine Rückkehr von Andreas Herzog diskutiert und wohl herbeigesehnt. Herzog kam am Wochenende beim 4:0 von Werder Bremen gegen den HSV nicht zum Einsatz, obwohl er in der Vorwoche in die Elf der Runde gewählt worden war. "Coach setzt auf Youngster, verzichtet auf 'Frühpensionäre' Eilts, Herzog. Schaaf: Die Geburt der Traumelf", titelte das Fachblatt "Kicker".

Kein Anruf von Matthäus
Der ÖFB-Teamkapitän hat in Bremen noch Vertrag bis Sommer 2002, die Rapid-Fans hätten ihn aber schon gerne im Winter zurück. Einen Anruf von Matthäus hat Herzog noch nicht bekommen. "Das Thema Herzog stellt sich derzeit nicht, weil der Verein derzeit nicht handlungsfähig ist", sagte Matthäus. Die Neuwahl des Präsidiums erfolgt am 22. Oktober.

Wieder Niederlage für Austria
Während bei Rapid Zeichen eines Aufschwungs zu erkennen sind, sieht es bei den beiden anderen Vereine in Wien und Umgebung triste aus. Das neue Austria-Duo Toni Pfeffer/Walter Hörmann wartet weiter auf den zweiten Sieg (bisher 1:0-Heimsieg gegen Bregenz). Beim Budget-Krösus der Liga ist Bescheidenheit eingekehrt. "In Spielen, in denen es darum geht, näher an die Spitze zu kommen, versagen wir immer. Mit der kämpferischen Leistung und dem Einsatz bin ich aber zufrieden", sagte Walter Hörmann. Sein gleichberechtigter Partner Toni Pfeffer klang ähnlich: "Kein Vorwurf, die kämpferische Leistung hat absolut gepasst. Die Ausfälle von Mayrleb und Wagner lasse ich nicht gelten, wir haben einen starken Kader."

Krankl enttäuscht
Bei der Admira halten sich derzeit die sportlichen Leistungen und die Stimmung von Trainer Hans Krankl die Waage. Krankl ist von Präsident Weiss enttäuscht, dass er nicht zum GAK darf. Zum Spiel meinte er: "Das Problem ist die Admira selber. Wir hatten heute keine Chance, das Spiel zu gewinnen."

24.9.2001 11:59