Freitag, 28. September 2001

Herzog: "Für die Bank bin ich mir zu schade"

Mit klaren Siegen haben der FC Bayern München und Bayer 04 Leverkusen am Sonntag den 8. Spieltag der Deutschen Fußball-Bundesliga abgeschlossen. Der deutsche Rekordmeister FC Bayern gewann das Süd-Duell gegen den VfB Stuttgart nach drei Toren von Giovane Elber und einem Tor von Paulo Sergio mit 4:0 (450. Heimsieg in der DFB-Bundesliga).

Die Bayern festigten den zweiten Tabellenplatz vor der Toppmüller-Elf Leverkusen, de sich gegen den SC Freiburg 4:1 durchsetzte.

Herzog hat Probleme bei Werder
Das "Nordlicht" Werder Bremen strahlt noch immer nicht im alten Glanz, ist aber nach einem miserablen Bundesligastart in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Nach dem 1:0 über Borussia Mönchengladbach herrscht wieder Ruhe im Umfeld, doch innerhalb des Teams von Trainer Thomas Schaaf gibt es mindestens zwei Personalprobleme. "Ich bin mir zu schade, noch sieben Monate auf der Bank zu sitzen. Ich bin in Form und muss in meinem Alter spielen", forderte Andreas Herzog Spielpraxis beim Coach ein.

Der 33-jährige ÖFB-Teamkapitän, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, fühlt sich derzeit als Lückenbüßer und kann sich mit dieser Rolle nur schlecht abfinden. "Ich will aber kein Theater, deshalb bleibe ich noch ruhig", meinte der ehemalige Werder-Kapitän nach dem Erfolg, zu dem er nach einer Einwechslung (in der 61. Minute) - wie schon im Heimspiel gegen den 1. FC Köln (1:1) - wieder sein Scherflein beigetragen hatte. Herzogs in der 84. Minute in den Strafraum gezirkelten Freistoß vermochte Borussen-Keeper Stiehl nicht festzuhalten und Verlaat köpfelte das Siegestor.

Frust von "Herzilein" verständlich"
Noch ärger als dem Wiener ergeht es derzeit Werder-Denkmal Dieter Eilts, der sogar auf die Tribüne verbannt ist. Das begründet Schaaf so: "Unsere jungen Leute spielen gut und müssen Erfahrungen sammeln. Mit Dieter ist dies alles abgesprochen." Mit Herzog hat der Werder-Trainer allerdings nichts besprochen, so dass der Frust des Österreichers verständlich scheint.

Auch Kühbauer mit Problemen
Didi Kühbauer, der zuletzt allerdings auch Probleme mit dem Oberschenkel gehabt hatte, durfte am Samstag beim ersten Saisonsieg (2:0) seiner Wolfsburger ausgerechnet gegen den bis dahin sieben Mal erfolgreichen Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern erst in der 69. Minute mitspielen und hatte gleich darauf nach Idealpass von Munteanu eine Riesenchance, scheiterte jedoch an FCK-Tormann Koch. VfL-Trainer Wolfgang Wolf, der wie sein Freund und Lautern-Trainer Andreas Brehme ein hellblaues Hemd (dessen Glückskleidungsstück) angezogen hatte, hat zumindest bis auf weiteres seinen Job nicht zuletzt auch dank des überragenden Claus Reitmaier gerettet. Brehme ("Da sieht man, was ein blaues Hemd ausmacht") wird auch nach dem verpaßten neuen Bundesliga-Startrekord in blau auftreten: "Andere habe ich gar nicht."

Weissenberger bereitete Tor vor
Das erste Tor der "Löwen" durch Max (3.) beim 2:2 in Rostock bereitete Markus Weissenberger, mit einer Flanke vor. Später scheiterte der Vorarlberger mit einem tollen Schuss an Hansa-Torhüter Schober.

Ergebnisse 8. Runde

Samstag/15:30:
VfL Wolfsburg - 1. FC Kaiserslautern 2:0 (1:0)
Hertha BSC - 1. FC Köln 3:0 (1:0)
1. FC Nürnberg - Hamburger SV 0:0
Werder Bremen - Bor. Mönchengladbach 1:0 (0:0)
FC St. Pauli - Borussia Dortmund 1:2 (0:2)
FC Schalke 04 - Energie Cottbus 2:0 (2:0)
Hansa Rostock - TSV 1860 München 2:2 (1:1)
VfB Stuttgart 4:0 (2:0)
Bayer Leverkusen - SC Freiburg 4:1 (3:1)

28.9.2001 16:01