Freitag, 28. September 2001

"Mein Krieg hat zuerst begonnen"

Die Terroranschläge in den USA haben Athleten und Journalisten der Sportwelt zum Überdenken ihrer Wortwahl bewogen. Für US-Boxer Bernard Hopkins ist dies im Vorfeld seines WM-Kampfes im Mittelgewicht in der Nacht auf Sonntag gegen Felix Trinidad aus Puerto Rico jedoch anscheinend kein Thema.

Auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit dem in 40 Kämpfen ungeschlagenen und hoch favorisierten WBA-Champion Trinidad trug der IBF- und WBC-Titelträger eine schwarze Kappe mit der weißen Aufschrift "WAR".

"Mein Krieg hat zuerst begonnen", rechtfertigte Hopkins seine Botschaft, die er trotz der Ereignisse am 11. September in seiner Heimat nicht als geschmacklos empfindet. "Ich befinde mich in einem Krieg, in meinem persönlichen. Es geht Mann gegen Mann. Das macht diesen Kampf zum Krieg", erklärte der 35-Jährige, der einen Teil seiner Jugend auf Grund eines bewaffneten Raubüberfalles im Gefängnis verbracht hatte.

Promoter Don King erklärte den WM-Vereinigungskampf im Madison-Square-Garden zum "Comeback-Fight New Yorks". Ursprünglich hätte das Duell am 15. September über die Bühne gehen sollen, nach den Terroranschlägen in Manhattan und Washington D.C. wurde der "Fight des Jahres" aber um 14 Tage verschoben.

28.9.2001 11:23