Freitag, 28. September 2001

Rabensteiner wieder reif für Spitzenzeit

Den österreichischen Marathon-Bestzeiten soll es am Sonntag (9:00 Uhr) bei der 28. Auflage des Berlin-Marathons an den Kragen gehen. Den von Gerhard Hartmann gehaltenen Herrenrekord von 2:12:22 Stunden nimmt zum voraussichtlich letzten Mal der Niederösterreicher Michael Buchleitner in Angriff.

bei den Damen könnte Dagmar Rabensteiner ihre eigene Bestmarke von 2:35:42 brechen. Auch die internationale Besetzung in Deutschlands Hauptstadt verspricht wieder Spitzenzeiten.

Beide ÖLV-Asse haben den Schwerpunkt ihrer Vorbereitung mit einem Höhentrainingslager im August in St. Moritz absolviert, wobei ein inkludierter Halbmarathon-Test bei Rabensteiner zufrieden stellender ausfiel als bei Buchleitner. Der 31-jährige LU-Schaumann-Athlet ("Der Rekord ist mein Ziel, alles ist darauf ausgerichtet") möchte in seinem sechsten Marathon seine Bestzeit vom Debüt am 25. April 1999 in Hamburg (2:12:43) unterbieten. Zuletzt war der Angriff auf die 15 Jahre alte ÖLV-Marke am 20. Mai in Wien mit 2:12:57 fehl geschlagen. Buchleitner-Trainer Hubert Millonig ist optimistisch: "Er ist ja doch schon zwei mal 2:12 und zwei Mal 2:13 gelaufen. Wichtig wird sein, dass er schnell seinen Rhythmus findet."

Fortschritte bei Rabensteiner
Rabensteiners Coach heißt seit Juni nicht mehr Wilhelm Lilge, sondern Hannes Langer. Der Sportliche Leiter des Wien-Marathons bemerkte in den vier Monaten seither große Fortschritte bei der Innsbruckerin: "Sie hat dazu gelernt und ist viel stabiler. Ich erwarte von ihr eine solide Leistung." Darunter verstehen Langer und Rabensteiner eine Zeit unter 2:40. Schon das wäre nach dem bisherigen Saisonverlauf ein Erfolg, denn ihre heuer geplanten Marathon-Starts in Nagoya und Wien hatte die Ärztin wegen Übertrainings absagen müssen. " In Berlin wird sie mit Andreas Lindner (vor vier Wochen in Klagenfurt mit 2:32:35 Siebenter) versuchen, das richtige Tempo zu finden.

"Run for Peace"
Mit dabei ist auch Österreichs Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. 268 weitere Läufer aus der Alpenrepublik machen sich schon Freitag Abend mit dem "Train to Berlin", auf den Weg, diese Aktion wurde von adidas heuer zum zweiten Mal organisiert. Der Lauf wird übrigens in Folge der Terroranschläge in den USA als "Run for Peace" durchgeführt. Die mehr als 44.000 Teilnehmer, davon 31.406 Marathonis, wurden deshalb gebeten, mit Trauerflor zu laufen.

Weltbestzeit möglich
Bei den Damen könnte eventuell eine neue Weltbestzeit aufgestellt werden. Olympiasiegerin Naoko Takahashi (JPN) möchte im ersten Marathon seit ihrem Sydney-Triumph wie die Weltrekordlerin Tegla Loroupe (2:20:43) aus Kenia als erste Frau unter 2:20 laufen. Bei den Herren werden die Kenianer William Kiplagat (Bestzeit: 2:06:50) und Sammy Korir (2:08:02) favorisiert. Die Weltbestzeit hält der aus Marokko stammende US-Amerikaner Khalid Khannouchi in 2:05:42.

28.9.2001 10:21