Sonntag, 30. September 2001

Regierungschefin braucht fundamentalistische Moslems

Khaleda Zia (56), die künftige Regierungschefin von Bangladesch, hat keine Scheu vor Islamisten. Für ihre Rückkehr an die Macht holte sie sich vor der Parlamentswahl gleich zwei Parteien fundamentalistischer Moslems in ein Bündnis mit ihrer Nationalpartei BNP.

Der Kritik, auch aus den eigenen Reihen, hielt sie Stand, wie schon oft. Die Rechnung ging auf, das Bündnis gewann die Wahlen.

Zia kam erst nach der Ermordung ihres Mannes Ziaur Rahman 1981 in die Politik. Khaleda Zia, 1945 geboren, hatte Rahman im Alter von 25 Jahren geheiratet und hat zwei Söhne. Während ihr Mann als General und als beliebter Militärherrscher Karriere machte, hielt sie sich als Hausfrau im Hintergrund.

Nach dem Anschlag auf Rahman übernahm die Witwe die Führung seiner Nationalpartei BNP. Bei der Rückkehr Bangladeschs zur Demokratie 1991 gewann Khaleda Zia die ersten freien Wahlen und wurde zum ersten Mal Ministerpräsidentin.

Ihre Rivalin Scheich Hasina Wazed von der Awami-Liga, die Tochter des 1975 ermordeten Staatsgründers Mujibur Rahman, brachte Zia 1996 zu Fall, nach zahllosen Streiks und Demonstrationen. Hasina (54) gewann die Wahl von 1996. Zia griff zu denselben Mitteln wie ihre Vorgängerin und trug den Kampf auf die Straße. Nun kehrt Zia zurück an die Macht - und muss mit Protesten der Gegenseite rechnen.

30.9.2001 23:25