Freitag, 28. September 2001

Albaner an mazedonisch-albanischer Grenze erschossen

Die NATO hat auf eine baldige Amnestie für die Albanerrebellen in Mazedonien gedrängt. Ein solcher Schritt erleichtere die geplante Rückkehr der mazedonischen Armee und Polizei in die ehemaligen Rebellenhochburgen im Norden und Nordwesten des Landes, sagte NATO-Sprecher Mark Laity am Freitag in Skopje.

Der Friedensplan von Präsident Boris Trajkovski sieht eine solche Amnestie zwar vor, im Parlament wurde sie jedoch noch nicht debattiert. Die Rebellen der "Nationalen Befreiungsarmee" UCK hatten am Donnerstag ihre Selbstauflösung verkündet.

Laity sagte weiter, ehemalige Albanerrebellen, die ihre Verhaftung fürchteten, würden die Rückkehr der mazedonischen Sicherheitskräfte ohne eine Amnestie mit Missgunst betrachten. Um die zivilen Beobachter von OSZE und EU in Mazedonien zu schützen, entsendet die NATO unter der Führung Deutschlands eine Mission mit rund 600 Bundeswehrsoldaten in den Balkanstaat.

An der mazedonisch-albanischen Grenze sind unterdessen ein Albaner getötet und ein weiterer verletzt worden. Die Männer wollten nach Angaben das Verteidigungsministeriums in Skoje vom Freitag am Vorabend mit ihrem Fahrzeug nahe Debar ohne Halt die Grenze überqueren. Daraufhin hätten mazedonische Grenzwachen das Feuer auf sie eröffnet.

28.9.2001 17:29