19-jähriger Demonstrant lebensgefährlich verletzt

Die Staatsanwaltschaft in Göteborg hat alle Ermittlungen gegen einen Polizisten eingestellt, der beim EU-Gipfel in Göteborg im Juni drei Demonstranten durch gezielten Einsatz der Schusswaffe zum Teil schwer verletzt hat. Wie der zuständige Ankläger Björn Ericsson am Freitag mitteilte, liege "kein Verdacht auf eine kriminelle Handlung" vor.
Bei den schweren Krawallen in der westschwedischen Stadt gab es mehr als 70 Verletzte, darunter 20 Polizeibeamte. Unter mehr als 20 wegen Steinwürfen und anderer Formen von Gewaltanwendung verurteilten Demonstranten sind auch drei Deutsche, die zwischen 14 Monaten und zwei Jahren Haft erhielten. Die Berufungsverfahren sind noch nicht entschieden.
Einer der Deutschen wurde am Bein durch einen der 12 oder 13 Schüsse aus der Waffe des Polizisten verletzt, der nach eigener Aussage einen am Kopfe schwer verletzten Kollegen gegen angreifende Randalierer schützen wollte. Lebensgefährliche Verletzungen erlitt durch die Schüsse ein 19-jähriger Schwede, dem eine Niere entfernt werden musste. Er kommt nach seiner Genesung Mitte Oktober selbst vor Gericht, weil er Pflastersteine geworfen haben soll.
Kritiker der für schwedische Verhältnisse harten Urteile gegen Demonstranten hatten hervorgehoben, dass die Rechtsmaschinerie bei der Aburteilung von Steinewerfern außerordentlich schnell, im Fall des mehrfach gezielt auf Menschen zielenden Polizisten aber ungewöhnlich langsam gearbeitet habe.
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