Protest gegen Gefängnisreform

Bei der Hungerstreikaktion in der Türkei sind erneut zwei Menschen gestorben. Donnerstag Abend starb die 34-jährige Ayse Bastimur in Ankara nach 324 Tagen Todesfasten. Die 19-jährige Ozlem Durakcan starb nach 74 Tagen Hungerstreik ebenfalls in Ankara. Am selben Tag hatten sich auch zwei ehemalige Häftlinge zu Tode gehungert. Die Hungerstreiks richten sich gegen eine geplante Gefängnisreform.
Im Istanbuler Armenviertel Kücükarmutlu starben die 33-jährige Zeynep Arikan und der 28 Jahre alte Ali Riza Demir, wie aus dem Umfeld der Hungerstreikenden verlautete. Türkische Häftlinge protestieren bereits seit elf Monaten auf diese Art gegen die Reform. Insgesamt sind bereits 39 Todesopfer zu beklagen.
An der Protestaktion gegen die Gefängnisreform beteiligten sich hunderte Menschen, zum Teil auch Angehörige der Insassen. Sie ernähren sich nur von Zuckerwasser und Vitaminen. Sie befürchten, in den neuen Haftanstalten mit kleineren Zellen anstelle von großen Schlafräumen isoliert zu werden und Opfer von Übergriffen des Vollzugspersonals zu werden.
Die Regierung begründete die Gefängnisreform damit, dass die bisher üblichen Großraum-Schlafsäle für bis zu 60 Insassen schwer zu kontrollieren seien. Sie hätten häufige Gewalttätigkeiten und Geiselnahmen in den Haftanstalten begünstigt.
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