Freitag, 28. September 2001

Brandsätze und Schüsse

Kein Ende der Gewalt in Nordirland. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kam es wiederholt zu schweren Ausschreitungen zwischen militanten Protestanten und der Polizei. Mindestens 14 Personen wurden durch Schüsse, Brandsätze und Ziegelsteine verletzt.

Rund 500 Protestanten lieferten sich eine dreistündige Straßenschlacht mit der Polizei. Sie deckten die Beamten mit einem Hagel aus Brandbomben und Steinen ein. Die Polizisten wollten die Menge davon abhalten, durch ein katholisches Viertel zu marschieren. Ein bewaffneter Mann schoss mit scharfer Munition auf die Ordnungskräfte, eine Frau wurde ins Bein getroffen.

Bereits in der Nacht zuvor hatte es an der gleichen Stelle schwere Straßenkämpfe gegeben, bei denen 33 Polizisten verletzt wurden. Im Norden Belfasts kocht der Hass in den letzten Monaten immer wieder über. Katholiken und Protestanten werfen der Polizei jeweils vor, zu wenig für ihren Schutz zu tun.

Brennpunkt der Auseinandersetzungen war in den vergangenen Wochen Ardoyne. Leidtragende der Aggressionen sind Kinder: Hasserfüllte Protestanten machten katholischen Mädchen den Weg in ihre Schule an der Ardoyne Road tagelang zum Spießrutenlauf.

28.9.2001 07:41